Stimmungen am Finanzmarkt

Marktnews 11. January 2023
Alexander 3   Min. Lesezeit
Stimmungen am Finanzmarkt

Inhalt

Zyklen gibt es in vielen Bereichen: manchmal verbessern sich Dinge, bevor sie sich verschlechtern, und manchmal ist es andersherum.

Das gilt für die Stimmung von Menschen, das Wetter, Volkswirtschaften wie auch die Performance von einzelnen Unternehmen.  

Am Aktienmarkt ändert sich, beeinflusst von externen Faktoren, die Stimmung der Anleger. Diese beeinflusst wiederum die Stimmung anderer Anleger. Das geschieht aufgrund von sozialer Interaktion, Herdenverhalten und anderer massenpsychologischer Effekte.

Die Marktstimmung kann optimistisch sowie auch pessimistisch sein und mitunter von einem Extrem zum anderen schwanken.

Wer ist Mr. Market?

Benjamin Graham, Professor von Investorenlegende Warren Buffett, beschreibt die Launen der Marktteilnehmer mit Hilfe einer fiktiven Person, die er Mr. Market nennt. Mr. Market besitzt nach Graham einen manisch-depressiven Charakter und seine Stimmung schwankt von euphorisch bis panisch.

Aktien sind teuer, wenn Mr. Market optimistisch ist und günstig, wenn er pessimistisch ist. Das liegt daran, dass die Marktteilnehmer durch Angebot und Nachfrage die Preise am Finanzmarkt beeinflussen.  

Die emotionale Überreaktion der Anleger auf die wirtschaftliche Entwicklung führt zu übertriebenen Schwankungen der Finanzmärkte. Nobelpreisträger Robert Shiller beschreibt die exzessive Volatilität in einem wegweisenden Beitrag.

Wenn sich die Wirtschaft positiv entwickelt, die Stimmung gut ist und die Preise entsprechend teuer sind, werden Anleger optimistisch und zunehmend unvorsichtig.

Wenn sich dagegen in einer Krise die Gewinne der Unternehmen schlecht entwickeln, werden Anleger vorsichtig und manchmal auch ängstlich. Zu diesen Zeiten scheuen Anleger vor dem Risiko zurück und manche verabschieden sich komplett vom Aktienmarkt, weil er ihnen zu gefährlich erscheint.

Anleger neigen dazu, Trends zu weit in die Zukunft zu extrapolieren. Das gilt sowohl für positive als auch negative Trends. Dabei sollte man sich bewusst sein, dass es langfristig eine gewisse Rückkehr zum Mittelwert gibt.

„This time it’s different“ 

Gemäß der Devise „This time it’s different“ setzen Anleger mitunter darauf, dass gute Zeiten lange andauern. Sie glauben dann manchmal, dass technologische, wirtschaftliche oder politische Neuerungen fortwährenden Wohlstand versprechen. Folglich können sich Spekulationsblasen entwickeln.

Beispiele dafür sind die Boomphase am Ende der 1920er Jahre oder die Technologieblase Ende der 1990er Jahre. In einer Marktwirtschaft führen jedoch hohe Gewinnmargen zu zusätzlichem Wettbewerb mit Preiskämpfen und schließlich niedrigeren Profiten.

In guten Zeiten wird dies jedoch von optimistischen Anlegern oftmals ignoriert. In schlechten Zeiten dagegen können Anleger manchmal kein Licht am Ende des Tunnels erkennen.

So waren Aktien beispielsweise in den wirtschaftlich schwierigen Zeiten Anfang der 80er Jahre und 2009 in der Finanzkrise relativ günstig. 

Trends laufen nicht unendlich

Trends laufen allerdings nicht unendlich in eine Richtung, sondern kehren sich irgendwann auch mal um. Dabei bedarf es nicht unbedingt einer Änderung exogener Ereignisse.

Trends, die zu weit laufen, sind der Grund, warum sie sich irgendwann umkehren müssen. Je weiter sie laufen und je stärker sich Finanzmärkte von den durch die Fundamentaldaten gerechtfertigten Werte entfernen, desto heftiger ist oftmals die Gegenreaktion.  

Es stellt sich die Frage, ob Stimmungsschwankungen und Zyklen immer auftreten werden. Je effizienter Märkte sind, desto weniger stark sollten Aktienkurse von fundamentalen Werten abweichen.

Zwar ist es möglich, dass Märkte im Laufe der Zeit effizienter werden. Allerdings ist zu vermuten, dass das Anlegerverhalten auch in der Zukunft emotionalen Schwankungen unterliegen wird und dies systematisch ist.

Dies bedeutet, dass Fehlbewertungen nicht immer unmittelbar durch Arbitrage ausgenutzt werden und sich somit die Stimmungsschwankungen der Anleger auf die Kurse bzw. deren Schwankungen auswirken können. 

Warum unabhängiges Denken der Schlüssel ist

Für Anleger ist es wichtig, sich nicht von der Stimmung am Markt anstecken zu lassen und anderen Marktteilnehmern blind hinterher zu laufen.

Bei übermäßigem Optimismus am Markt ist eine gesunde Skepsis angesagt. Bei großem Pessimismus sollte man sich bewusst sein, dass irgendwann auch wieder Licht am Ende des Tunnels kommen wird. Howard Marks drückt es so aus: 

“Rule number one: most things will prove to be cyclical. Rule number two: some of the greatest opportunities for gain and loss come when other people forget rule number one”  

Antizyklisches Verhalten ist jedoch psychologisch sehr schwer umzusetzen. Es ist leichter gesagt als getan, gegen den Strom zu schwimmen und sich nicht von der Masse beeinflussen zu lassen, sondern sich eine unabhängige Meinung zu bilden und danach zu handeln. 

Fazit 

Die Stimmung der Anleger am Finanzmarkt kann stark schwanken. Es ist wichtig sich nicht zu stark von den Stimmungsschwankungen beeinflussen zu lassen.

In guten Zeiten sollte man sich bewusst sein, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen und in schlechten Zeiten dagegen sollte man nicht den Kopf in den Sand stecken.

Warren Buffett sagt: „We simply attempt to be fearful when others are greedy and to be greedy only when others are fearful.” 

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