Wie viel sollte ich investieren? – Teil 1

Zwei Fragen, die wir in Gesprächen mit unseren Kund:innen immer wieder gestellt bekommen, sind “Wie viel sollte ich investieren?” und “Ist es besser, durch eine monatliche Zahlung oder eine Anzahlung zu investieren”.

Wie du dir vorstellen kannst, hängt die Antwort auf beide Fragen von vielen Faktoren ab. Im ersten Teil unserer Serie über richtig Investieren gehen wir auf die wichtigsten hier ein:

Inhalt

Sollte ich überhaupt investieren?

Investitionen sind zwar der beste Weg, um Vermögen langfristig zu aufzubauen, aber nicht für jeden geeignet. Man muss über Geld verfügen, das man kurzfristig für nichts anderes braucht. Ist dies nicht der Fall, sind Investitionen nichts anderes als Spekulation.

Die Märkte haben immer geschwankt und werden immer schwanken, selbst bei einem gut diversifizierten und kostengünstigen Portfolio. Wenn man Geld investiert, das man sich nicht leisten kann, zu verlieren, oder noch schlimmer, wenn man mit geliehenem Geld investiert, riskiert man die Anlage zum ungünstigsten Zeitpunkt verkaufen zu müssen.

Den richtigen Investitionsbetrag festlegen

Der richtige Anlagebetrag hängt von deiner persönlichen Situation ab. Es gibt 3 Faktoren, die die Höhe deines persönlichen Investitionsbetrags beeinflussen. 

1. Einkommen 

Man sollte zunächst sein monatliches Einkommen betrachten und es mit dem Geld vergleichen, das man im Durchschnitt ausgibt. Wenn du keine Ersparnisse oder Schulden hast, ist die Differenz zwischen deinem Einkommen und deinen Ausgaben (falls etwas übrig bleibt) der maximale Geldbetrag, den du dir leisten kannst zu investieren.

Es könnte sogar ratsam sein, nicht das gesamte überschüssige Geld zu investieren. Für den Fall, dass du dein Arbeitsplatz verlierst oder z.B. vorübergehend nicht arbeiten kannst. Als Faustregel gilt, dass du mindestens drei Monate Gehalt auf einem Sparkonto haben solltest.    

2. Schulden

Mehr zu verdienen als man ausgibt, reicht nicht unbedingt aus, um zu investieren. Schulden müssen nichts Schlechtes sein, aber ohne einen klaren Plan, wie man sie abbezahlt, kann man sich in eine sehr schwierige Lage bringen.

Schulden gibt es in allen Formen und Größen, aber die Dringlichkeit, sie abzuzahlen sollte von dem Zinssatz abhängen, den man dafür zahlt. Je höher der Zinssatz ist, desto eher sollte man versuchen, die Schulden zu tilgen.

Es spricht nichts dagegen, eine Hypothek über mehrere Jahrzehnte hinweg zu tilgen, während Kreditkartenschulden zum Beispiel abgezahlt werden sollten, bevor man an Investitionen denkt.   

3. Ersparnisse

Ersparnisse sind ideal für Investitionen, aber man sollte es nicht übertreiben. Geld, das für unvorhersehbare Rückschläge gespart wurde, sollte zum Beispiel niemals investiert werden.

Der Hauptgrund dafür ist, dass diese Rückschläge oft genau dann eintreten, wenn die Weltwirtschaft in einer schlechten Verfassung ist. Denn: genau dann, wenn du deine Anlagen zu diesem Zeitpunkt verkaufen möchtest, sind sie weniger wert.

Es ist viel besser, weniger zu investieren, aber dafür niemals gezwungen zu sein, seine Investitionen zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu verkaufen. Eine gute Faustregel ist, dass alle Ersparnisse, die in den nächsten fünf Jahren nicht gebraucht werden, investiert werden können.

Ob du einen Teil des Geldes investieren solltest, den du vielleicht schon vorher brauchst, hängt von deiner persönlichen Situation und deinen Zielen ab.  

Das richtige Risikoprofil festlegen

Bevor wir auf die persönlichen Faktoren eingehen, die dein persönliches Risikoprofil bestimmen, ist es wichtig zu verstehen, was Risiko im Zusammenhang mit Investitionen bedeutet.

Was ist eine Risikoprämie?

In unserer Wirtschaft brauchen Unternehmen Kapital, um zu arbeiten und zu wachsen. Da der Zugang zu Kapital mit einem Risiko verbunden ist (das größte Risiko ist der Konkurs), müssen Unternehmen einen angemessenen Ausgleich für das Risiko zahlen, das ihre Kreditgeber eingehen.

Der Preis, den sie zahlen müssen, hängt von der Höhe des Risikos ab. Je höher das Risiko ist, desto höher ist der Preis. Dies ist sinnvoll, denn niemand, der bei klarem Verstand ist, würde ein zusätzliches Risiko eingehen, ohne dafür entschädigt zu werden.

Die Variation der notwendigen Belohnung für den Risikoträger wird als Risikoprämie bezeichnet.

Wie hoch ist das Risiko bei Aktien oder Anleihen ?

Risikoprämien sind nicht auf Kreditgeber für Unternehmen beschränkt, sondern können auf jede Investition in jeder Anlageklasse angewendet werden. Wie aus der nachstehenden Grafik unten hervorgeht, steht die erwartete Rendite immer in direktem Zusammenhang mit dem Risiko, das eingegangen wird.

Bargeld auf der Bank zu halten ist nahezu risikofrei, daher kann man nicht erwarten, dass es sich lohnt, dies zu tun. Anleihen sind etwas risikoreicher, aber immer noch weniger riskant als Aktien. Denn wenn ein Unternehmen in Konkurs geht, werden die Anleihegläubiger zuerst bezahlt.

Bei Aktien sind die großen Unternehmen in den Industrieländern am sichersten, dann kommen die kleineren und die risikoreichsten Unternehmen sind die in den Schwellenländern.

Grafik: froots

3 Faktoren, die dein persönliches Risikoprofil bestimmen

Nachdem wir nun definiert haben, dass Risiko beim Investieren nicht unbedingt etwas Schlechtes ist, ist es an der Zeit, die Faktoren zu betrachten, die deine persönliche Risikobereitschaft bestimmen sollten.   

1. Streuung    

Wenn du in ein einzelnes Unternehmen investierst, besteht dein größtes Risiko im dauerhaften Verlust des Kapitals. Das passiert, wenn das Unternehmen, in das du investieren, in Konkurs geht.

Durch die gleichzeitige Investition in viele Unternehmen, z. B. durch ETFs (passiv gemanagte Fonds, die einen Aktienindex mit vielen Unternehmen abbilden), wird dieses Risiko gemildert. Diversifizierung ist nicht nur innerhalb der Anlageklassen wichtig, sondern auch zwischen ihnen.

Gold und Aktien sind zum Beispiel zwei Anlageklassen, die sich in der Regel entgegengesetzt verhalten.  Je schlechter sich Aktien entwickeln, desto besser schneidet Gold ab und umgekehrt. Je diversifizierter Ihr Portfolio ist, desto weniger Angst solltest du vor einem Engagement in so genannte “riskantere” Anlageklassen wie Aktien haben.     

2. Zeithorizont  

Wie bereits erwähnt, unterliegt selbst ein perfekt diversifiziertes Anlageportfolio im Laufe der Zeit Schwankungen. Diese Schwankungen sind völlig normal und ein wichtiger Teil des Grundes, warum eine Risikoprämie für diejenigen, die das Risiko eingehen, verlangt wird.

Die einzige Situation, in der diese Schwankungen zu einem Risiko werden, ist die, in der du vielleicht gezwungen bist deine Anlagen zu verkaufen. Deshalb ist es entscheidend, diese so genannte Volatilität erst dann zu akzeptieren, wenn sie zu einem Risiko wird. Nur wenn man einen klaren Zeithorizont vor Augen hat, kann man die Risikoprämie nutzen, solange das Ziel noch in weiter Ferne liegt, und sie auslaufen lassen, indem man in weniger volatile Anlagen investiert.    

3. Persönliche Risikotoleranz   

Beim Investieren reagiert jeder Mensch auf ein und dieselben Ereignisse unterschiedlich. Die Art und Weise, wie jemand auf negative Impulse reagiert, bestimmt seine persönliche Risikotoleranz. Negative Impulse beschränken sich nicht auf einen Bewertungsrückgang, sondern können auch mit schlechten Nachrichten oder Zukunftsprognosen zusammenhängen.

Wer impulsiv reagiert, wenn er schlechte Nachrichten hört oder liest, sollte am besten gar nicht investieren.  Die Finanzmärkte schwanken zu häufig, um auf jede Entwicklung sofort einzugehen und zu verkaufen.  

Diejenigen, die es schaffen negative Nachrichten zu ignorieren, müssen sich fragen, wie viel Volatilität sie verkraften können. Mit anderen Worten, wie groß ist der vorübergehende Rückgang seines Portfolios, den er verkraften kann, ohne nervös zu werden? Im Ernstfall muss er dann nämlich seine Anlagen zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt verkaufen. Erst nach dieser Überlegung kann man definieren, wie das persönliche Risikoprofil aussehen soll.    

Soll ich monatlich oder mit einer Anzahlung investieren?

Ob Anzahlung, monatliche Zahlung oder eine Kombination aus beidem für dich am sinnvollsten ist, hängt nicht nur von deiner persönlichen Situation und deinem Anlagehorizont ab, sondern auch vom Marktumfeld. `

Dieser Artikel soll dir bei der Entscheidung helfen, welcher Ansatz für dich am sinnvollsten ist.

Wenn möglich, ist es am sinnvollsten, mit einer Anzahlung zu investieren. Denn je früher das Geld angelegt wird, desto länger hat es Zeit zu wachsen.

Das liegt am Zinseszins, dem 8. Weltwunder nach Albert Einstein. Der Zinseszins ist der Grund dafür, dass Investitionen auf lange Sicht exponentiell wachsen.

Fazit

Du siehst also, dass deine Risikotoleranz und die persönliche Situation in der du dich befindest (sicherer Job, Angespartes und Notgroschen) wichtige Faktoren bei der Entscheidung sind, ob du gerade investieren solltest. Im zweiten Teil unserer Serie gehen wir auf weitere Fragen ein, wie:

• Wie teuer sind die Märkte zum Zeitpunkt der Investition?
Wie unsicher sind die Märkte zum Zeitpunkt der Investition?
• Zeit im Markt vs. Timing des Marktes.

Du willst mit dem Investieren starten, aber weißt nicht wie?
Vereinbare einfach ein Gespräch mit uns!

 

Disclaimer: 

Bei diesem Beitrag handelt es sich um eine Marketingmitteilung. Die hier genannten Informationen sind daher nicht als Anlageempfehlung und/oder Anlageberatung zu verstehen und können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Die hier enthaltenen Daten, Analysen und Schlussfolgerungen sind genereller Natur und ausschließlich als unverbindliche Informationen zu betrachten. Sie sind nicht auf die individuellen Bedürfnisse, Kenntnisse und Risikobereitschaft des Anlegers zugeschnitten und werden ausschließlich an die Öffentlichkeit abgegeben. Wir weisen zudem darauf hin, dass die aufgeführten und/oder für die Analysen und Prognosen verwendeten Vergangenheitswerte keinen zuverlässigen Indikator für künftige Ergebnisse darstellen. 

Bei Froots führen wir dich Schritt für Schritt zu deinem Ziel heran und managen sie auf Basis von personalisierten Portfolios. In unserem digitalen Prozess erklären wir dir, wie viel du monatlich investieren musst, um deine Sparziele langfristig zu erreichen und machen es dir so einfach wie möglich einfach einmal zu beginnen. Schnell und ohne, dass du Vorkenntnisse am Kapitalmarkt mitbringen musst, denn wir sind der Überzeugung, dass hier die Regel „Learning by Doing“ die sinnvollere Strategie ist.