Wissen, was man nicht weiß – Makro-Prognosen für Investment Entscheidungen

Makroökonomie beschäftigt sich mit gesamtwirtschaftlichen Größen wie Wirtschaftswachstum, Konsumverhalten, Außenwirtschaft, Inflation oder Zinsniveau. 

Der Grund, warum Marktteilnehmer diese Makro-Variablen prognostizieren wollen, oder eine Expertenmeinung dazu verlangen, ist einfach: sie wollen die Preise von Wertpapieren und Investments vorhersagen können und ihr Vermögen vermehren.

Inhalt

Wann haben Vorhersagen einen Wert?

“For a piece of information to be desirable, it has to satisfy two criteria: it has to be important, and it has to be knowable.”

Warren Buffett, CEO Berkshire Hathaway


Vorhersagen haben nur einen Wert, wenn sie ausreichend oft richtig sind und vom Konsens abweichen. Das Problem mit Vorhersagen ist, dass sie die Zukunft betreffen und diese unsicher ist. Viele Variablen, die Makro-Größen beeinflussen sind ungewiss.

Wer hat z.B. vorhergesagt, dass in der Ukraine ein Krieg ausbricht? Und selbst wenn, dann wusste er bestimmt nicht, in welchem Jahr. 

Vielleicht hätte man Anfang des Jahres 2022 sogar etwas ahnen können, als russische Panzer an der ukrainischen Grenze standen, aber zu der Zeit antizipierte der Markt das auch schon und preiste es entsprechend ein.

Der DAX beispielsweise verlor schon deutlich, bevor der Krieg anfing. Oder was ist mit der Corona Krise? Auch sie kam überraschend und als klar wurde, dass Corona das Zeug zu einer Pandemie hat, hat auch dies der Markt bereits in den Aktienkursen eingepreist.


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Vorhersagen schreiben die Vergangenheit oft fort

Die meisten Vorhersagen weichen nicht sonderlich stark vom Konsens ab, sondern schreiben die Vergangenheit eher fort. Da sich die Zukunft meist als ähnlich wie die Vergangenheit herausstellt, liegen diese Forecasts häufig gar nicht so falsch. 

Da in solchen Fällen das vorausgesagte Szenario aber in den Preisen für Assets, wie z.B. Aktien, Anleihen, etc oft schon eingepreist ist, führt das Eintreffen dieser Forecasts in der Regel nicht zu Überrenditen.

Manchmal, aber eher selten, weicht die Zukunft signifikant von der Vergangenheit ab, wenn heftige unvorhergesehene Ereignisse eintreten. Das sind die Fälle in denen Finanzmärkte stark beeinflusst werden und entsprechende Ausschläge zeigen. 

Da solche außerordentlichen Ereignisse aber nicht häufig stattfinden, ist es sehr unwahrscheinlich, diese korrekt vorherzusagen. Auch Experten können oftmals einfach nicht wissen, wann und ob solche außerordentlichen Ereignisse eintreten.

Wenn man richtig liegt und von der Marktmeinung nicht abweicht ist dies wenig hilfreich. Um wirklich wertvoll zu sein, darf die eigene Meinung (noch) nicht im Markt eingepreist sein. 

Was weiß ich, was der Markt nicht weiß?

Wertvolle Vorhersagen sind also nur solche, die richtig sind und vom Markt abweichen. Das Problem für den Einzelnen ist hierbei jedoch, dass der Marktkonsens oftmals richtig ist. 

Um mit Vorhersagen Überrenditen zu generieren, müsste man seltene Ereignisse richtig prognostizieren. Sie müssten den Markt überraschen und der Eintrittszeitpunkt des prognostizierten Ereignisses müsste richtig sein. 

Es hätte zum Beispiel wenig gebracht, wenn man eine Pandemie vorhergesagt hätte, aber fünf Jahre zu früh; oder den “Dot.com” Crash im Jahr 1998 statt im Jahr 2000. 

Auch dies wäre nicht unplausibel gewesen, da auch 2017 schon höchst übertragbare Viren existierten bzw. im Jahr 1998 Internetaktien im historischen Vergleich schon teuer waren.

“We have two classes of forecasters: Those who don't know -- and those who don't know they don't know.”

J. K. Galbraith, Ökonom

Die Wahrscheinlichkeit korrekter Prognosen

 

Es stellt sich die Frage: Warum werden überhaupt so viele Prognosen durchgeführt, wenn sie so häufig keinen Wert besitzen? Ein Hauptgrund dürfte sein, dass von Experten erwartet wird, dass sie Dinge wissen und zu möglichst vielen Dingen eine Meinung haben!

Zudem sind die Makro-Größen, über die die Vorhersagen getroffen werden, ja durchaus wichtig für Anleger:innen. So kann z.B. das Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr auf jeden Fall die Rendite von Aktien beeinflussen. Auch die Inflationsrate oder das Zinsumfeld in der Zukunft können sehr relevant sein. 

Die Tatsache, dass es auch für Experten sehr schwierig ist, diese Variablen zuverlässig vorherzusagen oder zumindest besser vorherzusagen als der Markt, ist Anleger:innen meist gar nicht bewusst.

Ein weiterer Grund, warum so viele Vorhersagen getroffen werden, dürfte sein, dass deren Treffgenauigkeit und insbesondere Sinnhaftigkeit für Investoren nicht kritisch hinterfragt wird.

Die Wahrscheinlichkeit korrekter Prognosen dürfte überschätzt werden, weil man sich vor allem an die richtigen Vorhersagen erinnert. Das liegt daran, dass Expert:innen, die richtig lagen, im Nachhinein überdurchschnittlich oft erwähnt werden und häufig in den Medien auftreten. 

Wer interessiert sich schon für Experten, die falsch lagen? Die Tatsache, dass ein Experte, selbst wenn er einmal richtig lag, danach meist nicht noch einmal richtig liegt, fällt unter den Tisch, da er nach einer falschen Prognose weit weniger Aufmerksamkeit erregt und auch wenig Interesse daran hat, über die diese zu sprechen.

Natürlich hört man gelegentlich z.B. von Crash Propheten, die einen Einbruch der Wirtschaft korrekt vorhergesagt haben. Allerdings stellt sich hier die Frage: Wie viele andere haben den Crash nicht, falsch oder zur falschen Zeit vorhergesagt? Und zudem ist zu berücksichtigen, wie oft ein Crash Prophet falsch lag, bevor er einmal richtig lag.

 

Die Zukunft ist unsicher und voller Variablen

Es soll jedoch nicht der Eindruck entstehen, dass Experten, die Vorhersagen treffen alle Scharlatane sind. Sie sind oft gut ausgebildet und intelligent. Sie haben nur einen extrem schwierigen Job, die Zukunft zu prognostizieren. 

Das liegt daran, dass die Zukunft unsicher ist und von extrem vielen unsicheren Variablen abhängt.

Somit ist es sinnvoll, nicht zu viel auf Makro-Vorhersagen zu setzen und v.a. seine Investmententscheidungen nicht daran auszurichten.

Wir sollten uns lieber darauf beschränken was wir wissen können, nämlich wie verschiedene Assets bzw. Assetklassen bewertet sind. Relevante Fragen sind z.B.: Wieviel verdienen Aktien im Vergleich zum Kaufpreis? Wieviel Zinsen werfen Anleihen im Vgl. zu deren Kaufpreis ab?

Fazit

Makro-Vorhersagen bzgl. des BIP-Wachstums, der Inflation usw. sind weit verbreitet. Anleger richten oftmals ihre Entscheidungen daran aus. Aufgrund der Komplexität der Wirtschaft und der vielen unberechenbaren Einflussfaktoren sind solche Prognosen jedoch oftmals unsicher. 

Außerdem muss eine wertvolle Vorhersage nicht nur richtig sein, sondern sie muss auch vom Marktkonsens abweichen. Oftmals ist es deshalb besser, sich einzugestehen, dass man nicht alle volkswirtschaftlichen Größen vorhersehen kann. Insbesondere sollte man seine Investmententscheidungen nicht an solchen Prognosen ausrichten.

Somit ist es sinnvoll, nicht zu viel auf Makro-Vorhersagen zu setzen und v.a. seine Investmententscheidungen nicht daran auszurichten.

Wir sollten uns lieber darauf beschränken was wir wissen können, nämlich wie verschiedene Assets bzw. Assetklassen bewertet sind. 

Relevante Fragen sind z.B.: Wieviel verdienen Aktien im Vergleich zum Kaufpreis? Wieviel Zinsen werfen Anleihen im Vgl. zu deren Kaufpreis ab?

Von Dr. Alexander Schüßler

 

 

Disclaimer: 

Bei diesem Beitrag handelt es sich um eine Marketingmitteilung. Die hier genannten Informationen sind daher nicht als Anlageempfehlung und/oder Anlageberatung zu verstehen und können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Die hier enthaltenen Daten, Analysen und Schlussfolgerungen sind genereller Natur und ausschließlich als unverbindliche Informationen zu betrachten. Sie sind nicht auf die individuellen Bedürfnisse, Kenntnisse und Risikobereitschaft des Anlegers zugeschnitten und werden ausschließlich an die Öffentlichkeit abgegeben. Wir weisen zudem darauf hin, dass die aufgeführten und/oder für die Analysen und Prognosen verwendeten Vergangenheitswerte keinen zuverlässigen Indikator für künftige Ergebnisse darstellen. 

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