In den vergangenen Monaten und Jahren konnten bestimmte Anlagen - insbesondere Gold und Silber - eine außergewöhnlich starke Entwicklung verzeichnen. Davon konnten nicht nur wir mit unserer Strategie profitieren, sondern auch viele Anlegerinnen und Anleger insgesamt. In den letzten Wochen jedoch kam diese Rallye abrupt ins Stocken: teils deutliche, zweistellige Rückgänge haben gezeigt, wie schnell sich Stimmung und Preise drehen können.
Solche Phasen sind ein guter Anlass, einen Schritt zurückzutreten und einzuordnen, wie wir auf Märkte blicken.
Grundsätzlich achten wir bei unseren Anlageentscheidungen auf Bewertung. Für uns bedeutet das, den Preis einer Investition ins Verhältnis zu den Gewinnen bzw. Cashflows zu setzen, die sie heute erwirtschaftet - und die sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch künftig erwirtschaften kann. Dieses Verhältnis wirkt langfristig wie eine Schwerkraft: Je höher sich Preise von ihren fundamentalen Erträgen entfernen, desto größer wird die Kraft, die sie wieder zurückzieht.
Das ist kein Timing-Instrument, sondern ein Gesetz der Wahrscheinlichkeiten. Steigende Preise - bei gleichbleibenden Fundamentaldaten - sind oft „von der Zukunft geborgte Renditen“. Man kann diese Schwerkraft eine Zeit lang ignorieren, aber je weiter man sich entfernt, desto mehr muss in Zukunft perfekt laufen, damit der Preis gerechtfertigt bleibt. Die Fallhöhe steigt.
Umgekehrt gilt: Ist eine Bewertung sehr niedrig, kann genau diese Schwerkraft unterstützend wirken. Wenn Preis und Ertrag nah beieinander liegen, stabilisiert das. Die fundamentale "Schwerkraft" hilft dabei, den Preis zu tragen.
Erst wenn sich Preis und Ertrag deutlich voneinander entfernen, gewinnt die Rückkehr Richtung Durchschnitt - die Reversion to the Mean - wieder an Bedeutung.

Wichtig ist dabei auch: Märkte verlaufen in Zyklen. Das gilt für Inflation und Zinsen genauso wie für Regionen, Stile und Sektoren. Dinge, die lange gut laufen, werden irgendwann teuer. Dinge, die lange schlecht laufen, werden irgendwann billig. Der häufigste Fehler ist, den letzten Zyklus einfach in die Zukunft zu verlängern. Wir Menschen extrapolieren Vergangenes, jagen vergangenen Renditen nach und verwechseln Rückenwind mit Können. In einem starken Bullenmarkt glauben viele zwei Dinge: dass es immer besser wird, und dass man fast jeden Preis zahlen kann, weil es schon jemanden geben wird, der später noch mehr bezahlt. Genau dieses Denken ist der Nährboden für Übertreibungen.
Anlagen wie Gold oder Silber entziehen sich der Bewertungslogik weitgehend. Sie erwirtschaften keine Cashflows, an denen sich eine Bewertung festmachen lässt. Damit fehlt der fundamentale Anker - die Schwerkraft ist abgeschwächt oder aufgehoben. Das kann in beide Richtungen wirken: Preise können sich stark nach oben lösen, aber ebenso schnell und ohne klare fundamentale Begründung wieder fallen. Hier dominiert Verhalten, Liquidität und Narrativ stärker als Fundamentaldaten.
Auch wir investieren in Gold - aber bewusst und mit Maß. Gold hat sich über lange Zeiträume hinweg als Absicherung in bestimmten Krisen- und Inflationsphasen bewährt und kann eine sinnvolle Ergänzung im Portfolio sein. Vor diesem Hintergrund haben wir Gold 2023 gezielt in unsere Portfolios aufgenommen und die Positionen Mitte 2025 wieder reduziert, als die Preisdynamik immer mehr an Fahrt gewonnen hat und das Chancen-Risiko-Verhältnis aus unserer Sicht weniger attraktiv wurde.
Natürlich gibt es Unternehmen, denen es gelingt, sich über lange Zeit scheinbar von dieser Schwerkraft zu lösen. Firmen, deren Erträge so stark wachsen, dass selbst hohe Erwartungen immer wieder übertroffen werden. Das ist vergleichbar mit einer Rakete, die genug Energie aufbringt, um die Erdanziehung zu überwinden. Möglich - aber selten, komplex und mit erheblichen Risiken verbunden. Und selbst dann gilt: Wenn Erwartungen schneller steigen als die realen Erträge, kommt die Realität irgendwann zurück.
Dort, wo wir uns auskennen. Wo keine Prognosen nötig sind, sondern ein klarer Blick auf Preise, Erträge und Bewertungen. Dort, wo wir Marktzyklen respektieren, große Fehler vermeiden wollen und den Zinseszins nicht unnötig unterbrechen. Nicht, weil wir glauben, immer recht zu haben - sondern weil unser Prozess darauf ausgelegt ist, auch dann handlungsfähig zu bleiben, wenn Geschichten kippen und Märkte drehen.
Denn man kann Schwerkraft eine Zeit lang ignorieren – doch früher oder später holt uns die Realität wieder ein.
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