Verlieb dich nicht in deine Investments

Finanzwissen
17.02.2026
3 Minuten

Auch im Jahr 2026 haben die meisten Menschen noch ein falsches Bild vom Investieren. Nach wie vor wird an den Märkten das gekauft, was gut klingt oder worin man Hoffnung steckt. Investieren wird nach wie vor eher als Wette gesehen. Dass es um einen Prozess und um Wahrscheinlichkeiten geht, ignorieren die meisten Anleger:innen gekonnt.

Es ist der Unterschied zwischen einem quantitativen und einem qualitativen Investmentansatz, der hier häufig missverstanden wird.

Bei froots analysieren wir die Fundamentaldaten; wir verfolgen einen quantitativen Investmentansatz. Aber was heißt das konkret? Und was ist der Unterschied zu einem qualitativen Ansatz? "Qualitativ" klingt erst einmal hochwertiger als "quantitativ". Das eine klingt nach Handarbeit, das andere nach Fließband. Aber an der Börse ist oft das Gegenteil der Fall.

Viele stellen sich eine fundamentale Analyse so vor…

Man blickt tief auf ein einzelnes Unternehmen. Man versucht zu verstehen, welches Potenzial darin schlummert. Ist es das nächste große Ding? Man hört sich Interviews mit dem CEO an, Top-Investor:innen treffen ihn vielleicht sogar, um ein "Gefühl" für die Person zu bekommen.
Man schaut sich das Produkt im Detail an, analysiert die Konkurrenz und will die Strategie bis ins letzte Detail verstehen. Es entsteht eine feste Hypothese: Diese Firma ist einzigartig, sie wird den Markt revolutionieren. Man bewertet das Investment basierend auf diesem spezifischen Fall.

Das Paradoxe daran

Je mehr Details man kennt, desto emotionaler wird oft die Entscheidung. Warum? Weil Detailwissen uns blenden kann. Wenn wir uns qualitativ in die Geschichte einer Firma vertiefen, wird es immer schwieriger, die Realität objektiv zu sehen. Wir laufen Gefahr, Verbindungen herzustellen, wo keine sind. Wir verlieben uns in die Idee, eine Ausnahme gefunden zu haben. Wir laufen Gefahr, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen. Jedes Unternehmen ist zu einem Preis ein gutes Investment, und zu einem anderen ein schlechtes Investment. Eine vergangene "bullishe" Entscheidung zu revidieren, fällt schwer. 

Quantitative Investor:innen machen genau das Gegenteil. Sie verlieben sich nicht. Sie kennen den CEO nicht persönlich. Ihnen ist die "Vision" mehr oder weniger egal. Sie stellen nur wenige, sehr nüchterne Fragen an die Daten: "Betrachten wir alle 10.000 Unternehmen der Geschichte, die an einem finanziell ähnlichen Punkt standen wie dieses hier heute: Wie viele davon waren 10 Jahre später erfolgreich?"

Das Ergebnis ist meist ernüchternd. Vielleicht sagt die Statistik: Nur 3% dieser Firmen haben langfristig Erfolg gehabt.

Das ist der entscheidende Unterschied zwischen dem "Case Rate"-Investor, der euphorisch eine Wette auf die Zukunft eines Einzelfalls eingeht, und einem "Base Rate"-Investor, der sich die historische Wahrscheinlichkeit anschaut. Es ist der Unterschied zwischen einem Menschen, der hofft, und einem Prozess, der rechnet.

Schutz vor dem eigenen Ego

Wir sagen oft: Bei froots automatisieren wir alles, was Effizienz erfordert, und bleiben dort menschlich, wo dies Wert schafft. Aber wir automatisieren nicht nur, weil wir den Service einer Vermögensverwaltung möglichst vielen Menschen anbieten wollen. Wir automatisieren, weil wir uns vor unserem eigenen Ego schützen wollen. Es ist keine Hexerei. Systematisches, quantitatives Investieren ist dem menschlichen Bauchgefühl langfristig oft überlegen. Deshalb nutzen wir bei froots diesen Vorteil radikal.

Wir wissen, dass es extrem unwahrscheinlich ist, das "nächste große Ding" vorherzusagen. Also versuchen wir es gar nicht erst. Stattdessen verbessern wir unser Ergebnis nicht durch geniale Treffer, sondern durch das Weglassen von Dummheiten – so ernüchternd das klingen mag.

'Stacking the deck in our favour‘

Wir verlieben uns nicht in unsere Investments. Wenn man stattdessen streng nach Wahrscheinlichkeiten investiert, passiert etwas Faszinierendes: Man kippt die Chancen leicht zu seinen Gunsten.

Wenn wir durch das systematische Vermeiden der statistisch schlechtesten Investments unsere Gewinnwahrscheinlichkeit von 50% auf 55% erhöhen, haben wir unser Ziel erreicht. Wer einmal richtig liegt, hat Glück. Wer über zehn Jahre hinweg systematisch 55% der Entscheidungen richtig trifft, hat einen Vorteil.

Wir wollen unspektakulär sein 

Das ist der Kern von froots. Unsere Hauptaufgabe im Investmentteam liegt darin, sicherzustellen, dass das Geld unserer Kund:innen auf der Seite der statistischen Wahrscheinlichkeit steht. Zu oft wird an den Kapitalmärkten Hoffnung verkauft bzw. gekauft. Wir bevorzugen die Mathematik.

Über das froots Market Insight: Mit unseren monatlichen Market Insights wollen wir Distanz zum Lärm der Märkte schaffen. Unsere Analysen beruhen auf der gleichen Logik, mit der wir investieren: bewertungsorientiert, antizyklisch und datenbasiert – gemessen mit froots360, unserem hauseigenen Bewertungssystem. Wer verstehen möchte, was unser Investmentansatz für die eigenen finanziellen Ziele bedeuten könnte, kann ein persönliches Gespräch vereinbaren, oder einen unverbindlichen Anlagevorschlag anfordern.

David Mayer-Heinisch

Gründer & Geschäftsführer

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