Die Lage im Nahen Osten ist mit Anfang März eskaliert. Medien berichten von direkten Angriffen Israels und der USA auf Ziele im Iran, während Iran mit Gegenmaßnahmen und Drohungen gegen den Schiffsverkehr reagiert. Die Märkte preisen dieses Risiko sofort ein. Was politisch passieren wird, ist offen. Für Anleger:innen ist entscheidend, die richtigen Fragen zu stellen und einen sauberen Prozess einzuhalten. Dabei ist es uns wichtig die Situation nicht sofort zu bewerten, sondern im ersten Schritt richtig einzuordnen.
„In Stressphasen sind Schlagzeilen laut. Bewertungen und Fundamentaldaten sind leiser, aber sie sind das, was langfristig zählt.“ David Mayer-Heinisch, CEO froots
Wenn geopolitische Konflikte eskalieren, reagieren Märkte selten auf die Schlagzeilen selbst, sondern auf mögliche Folgewirkungen und Erwartungen.
Aktuell liegt der Fokus auf drei Punkten:
Für langfristige Investor:innen ist nicht entscheidend, ob Märkte heute zwei Prozentpunkte fallen oder steigen. Entscheidend ist, was noch nicht eingepreist ist und wie sich die Reaktionen entlang der Wertschöpfungskette entwickeln. Märkte sind reflexiv: Erwartungen beeinflussen Verhalten und Verhalten beeinflusst Ergebnisse. Selbst wenn man wüsste, was als Nächstes passiert, wäre die schwierigere Frage, wie Staaten, Zentralbanken, Unternehmen und Investor:innen darauf reagieren. Das ist eher „3D-Schach“ als Prognose.
Wir können den Verlauf eines Konflikts nicht vorhersagen. Aber wir können steuern, wie wir investieren. Unser Ansatz ist und bleibt bewertungsorientiert und systematisch. Das heißt: Wir vergleichen laufend Preisbewegungen mit Fundamentaldaten und mit der Risikotragfähigkeit des jeweiligen Ziels.
Warum sprechen wir überhaupt von Bewertungen, Zyklen und Geduld? Märkte sind nicht permanent effizient. Fundamentale Veränderungen bauen sich schleichend auf. Preise reagieren oft erst, wenn es für alle offensichtlich wird. Sich erst dann zu positionieren ist zu spät, das heißt man muss per definitionem „zu früh“ sein.
Genau deshalb haben wir bereits im November 2024 begonnen, Risiko schrittweise aus den Portfolios zu nehmen. Bewertungen waren in Teilen des Marktes ambitioniert, die Risikoprämien eng, und wir wollten Puffer aufbauen, um später gezielt Chancen nutzen zu können.
In der Lücke zwischen Realität und Wahrnehmung entstehen Chancen. Nicht, weil man klüger ist als der Markt, sondern weil der Markt Zeit braucht, um Neues zu akzeptieren - und weil Narrative träge sind. Preise reagieren oft erst, wenn es für alle offensichtlich wird. Man kauft das, worüber keiner spricht, und steht oft eine Zeit lang allein da - bis sich die Bewertung dreht.
Warum ist das relevant? Weil es zeigt, wie Märkte typischerweise reagieren. Restrukturierungen, Bilanzstärkungen und Kapitaldisziplin entwickeln sich über Jahre. Marktteilnehmer:innen versuchen jedoch, all das minütlich zu bepreisen - Überreaktionen sind dabei nahezu unvermeidlich.
Wenn der Preis schneller fällt als die Fundamentaldaten, schauen wir besonders genau hin. Genau dort entstehen oft Gelegenheiten, nicht weil wir glauben, den Tiefpunkt zu treffen, sondern weil die erwartete Rendite durch attraktivere Bewertungen steigt.
Wenn Märkte stark übertreiben, werden Nachkäufe zum Werkzeug, nicht Market Timing. Volatilität ist dann nicht nur Lärm, sondern auch eine Quelle für langfristige Rendite, sofern man systematisch bleibt und nicht aus dem Bauch heraus reagiert.
Bei froots rechnen wir mit solchen Marktphasen - das ist ganz normal. Es hat sie in der Vergangenheit gegeben und es wird sie auch in Zukunft geben.
Daher ist tief in unserem Prozess verankert, dass wir systematisch Risiko aus Portfolios nehmen, wenn sich eine Laufzeit dem Ende nähert und keine Zeit bleibt, auf eine Erholung zu warten. Gleichzeitig navigieren wir Krisen, ohne Ertragspotenzial herauszunehmen, wenn Ziele noch einen längeren Anlagehorizont haben.
Wie gewohnt monitoren wir die Märkte kontinuierlich für unsere Kund:innen und achten darauf, dass jedes Portfolio zum jeweiligen Ziel passt. Ob es eine Gelegenheit zum Nachkaufen ist, wissen wir noch nicht - aber unsere Daten werden es uns zeigen. Und wenn sie das tun, reagieren wir entsprechend.
Wir bleiben vorsichtig optimistisch.
Über das froots Market Insight: Mit unseren monatlichen Market Insights wollen wir Distanz zum Lärm der Märkte schaffen. Unsere Analysen beruhen auf der gleichen Logik, mit der wir investieren: bewertungsorientiert, antizyklisch und datenbasiert – gemessen mit froots360, unserem hauseigenen Bewertungssystem. Wer verstehen möchte, was unser Investmentansatz für die eigenen finanziellen Ziele bedeuten könnte, kann ein persönliches Gespräch vereinbaren, oder einen unverbindlichen Anlagevorschlag anfordern.
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