EUR vs Dollar

Was bedeutet ein starker oder ein schwacher Euro?

Zusammenfassung:

  • EUR/USD Parität: Was bedeutet das?
  • Was bedeutet ein starker oder schwacher Euro?
  • Welche Faktoren beeinflussen den Wert einer Währung?
  • Was sind Leitzinsen?
  • Was haben Opportunitätskosten mit der Schwäche des Euros zu tun?

Die Schuldenaufnahme ist in den vergangenen Monaten explodiert

ECU. So oder so ähnlich hätte unsere Gemeinschaftswährung heißen sollen. Am Ende einigte man sich doch auf Euro. Die Währung wurde am 1. Januar 1999 als offizielles Zahlungsmittel von 14 europäischen Staaten eingeführt und ist heute, gleich nach dem Dollar, die zweitwichtigste Währung der Welt.

Während der Wert des Euro in den letzten Jahren in der öffentlichen Debatte eine eher untergeordnete Rolle gespielt hat, kann man zurzeit kaum die Zeitung lesen, ohne früher oder später über den „schwachen Euro“ zu stolpern. 

2007 hat man für einen EUR noch 1,6 USD bekommen, heute sind es nur noch genau 1 USD also eine sogenannte Parität. Nicht jeder versteht die Zusammenhänge dahinter, aber die Folgen der Euro-Abwertung betreffen jeden.

Historischer Euro-Dollar Kurs
Historischer Euro-Dollar Kurs

Warum hat Geld einen Preis?

Geld ist eine äußerst nützliche Erfindung der Menschheit, die viele verschiedene Aufgaben erfüllt. Man kann es zum Beispiel verwenden, um den Wert von Waren oder Dienstleistungen zu bestimmen, oder um es zu sammeln, was nichts anderes als Vermögensbildung ist.

Wenn ein Europäer Rohstoffe wie Öl, das in Dollar gehandelt wird, auf dem Weltmarkt kaufen will, muss er seine Euro gegen Dollar tauschen. Dabei gibt es keine feste Regel, wie viel Dollar man für einen Euro bekommt. Der Preis einer Währung wird von Angebot und Nachfrage bestimmt und kann mitunter stark schwanken.  

Was bedeutet ein starker oder schwacher Euro?

Die Begriffe stark (viele USD für einen Euro) und schwach (wenige USD für einen Euro) können verwirrend sein, weil sie in der Alltagssprache als Synonyme für gut und schlecht verwendet werden. Ein teurer Euro (stark) kann jedoch wirtschaftlich sowohl gut als auch schlecht sein.

Während man 2001 für 1 Euro knapp 0,88 Dollar bekam, waren es Anfang 2008 1,6 Dollar. Wenn eine Europäerin eine Maschine aus Amerika um 1 Millionen Dollar kaufen wollte, hätte sie im Jahr 2001 1,13 Millionen Euro dafür aufbringen müssen. Würde sie dieselbe Maschine im Jahr 2008 kaufen wollen, müsste sie nur 0,625 Millionen Euro aufbringen, um die benötigte Million Dollar zu bekommen.

Was bedeutet ein starker Euro?

  • Positiv: für europäische Unternehmen wird es billiger wird am internationalen Markt einzukaufen. Dadurch kann die Inflationsentwicklung in den Euroländern gedämpft werden.  
  • Negativ: europäische Exportwaren werden für Ausländer teurer und die Exportnachfrage kann sich verringern.

Was bedeutet ein schwacher Euro?

  • Positiv: europäische Exporte werden für ausländische Abnehmer billiger und die Exportnachfrage kann sich erhöhen.
  • Negativ: Importe für die Euroländer verteuern sich. Dieser Effekt kann alle zusätzlichen Gewinne auffressen, die durch die höhere Nachfrage aufgrund des billigen Euro erzielt wurden. Außerdem kann sich die Inflationsentwicklung dadurch beschleunigen.

Welche Faktoren beeinflussen den Wert einer Währung?

  1. Ganz grundsätzlich wird der Preis einer Währung immer durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Player, ist die Zentralbank. Sie kann mit Hilfe einer Vielzahl von Instrumenten in die Geldmenge eingreifen und so den Wechselkurs beeinflussen. Aber auch nichtstaatliche Akteure spielen eine wichtige Rolle.
  2. Wenn sich eine Volkswirtschaft beispielsweise besonders robust entwickelt, tauschen Investoren oft große Mengen einer anderen Währung gegen die der stabileren Volkswirtschaft. Während dann der Wert des Zahlungsmittels des Landes mit der schwächeren Wirtschaft sinkt, wertet die Währung der stärkeren Volkswirtschaft auf.
  3. Auch ein hohes Niveau an Direktinvestitionen aus dem Ausland führt zu einer erhöhten Devisennachfrage und damit zu einem höheren Wechselkurs.
  4. Ein weiterer, enorm wichtiger Faktor ist das Zinsniveau in einer Volkswirtschaft.

Was sind Leitzinsen?

Die Zentralbank eines Landes legt den Leitzins fest. Zu diesem Zinssatz können sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank Geld leihen und dieses dann wiederum an andere Banken (und in Form von Krediten an Endverbraucher) verleihen. Die Höhe des Leitzinses bestimmt also die Höhe der Kreditkosten. Niedrige Zinsen führen zu einer erhöhten Nachfrage nach Krediten und erhöhen dadurch die Geldmenge, wodurch die Kaufkraft steigt.

Mit Leitzinsen kann Einfluss auf die  Konjunkturentwicklung genommen werden. In Zeiten schlechter wirtschaftlicher Entwicklung senken die staatlichen Zentralbanken in der Regel den Leitzins, um die Wirtschaft anzukurbeln. Wenn es der Wirtschaft gut geht oder die Inflation zu stark steigt, wird der Zinssatz erhöht. Dadurch wird dem Markt Kaufkraft entzogen, die Währung wertet auf und die Inflationsentwicklung wird gebremst.

Was haben Leitzinsen mit dem Wert einer Währung zu tun?

Dafür muss man zunächst das Konzept der Opportunitätskosten verstehen. Diese Kosten bezeichnen den Renditeunterschied zwischen mindestens zwei Assets und spielen in der Finanzwelt eine tragende Rolle. Je niedriger diese fiktiven Kosten für ein Asset sind, desto eher wird ein Anleger in den jeweiligen Vermögenswert investieren.

Entwicklung der Leitzinssätze seit 2000

Diese Grafik zeigt die Entwicklung des von den Zentralbanken festgelegten Leitzinses. Während dieser in der Eurozone derzeit bei 0,5 % liegt, beträgt er in den USA zwischen 0,75 % und 1,00 %. Das bedeutet, dass ein Anleger, der sein Geld in USD hält, jährlich mehr Zinsen erhält als ein Anleger, der es in Euro hält. 

Die Opportunitätskosten, Geld in Euro zu halten sind also höher. Aus diesem Grund tauschen Investoren rund um den Globus Milliarden von Fremdwährungen wie den Euro gegen den Dollar. Das hat einen großen Einfluss auf Angebot und Nachfrage und damit auf den Wechselkurs.

Warum erhöht die EZB die Zinsen nicht stärker?

Während die USA in der Frage der Leitzinserhöhung zügig vorankommen, tut sich Europa schwer. Die Vereinigten Staaten haben sich viel schneller von der Covid-19 Wirtschaftskrise erholt als die Europäer. 

Der Aufschwung war so stark, dass die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen das Angebot teilweise überstieg und die Inflation sich beschleunigte. Die aktuellen Zinserhöhungen in den USA dämpfen die Wirtschaftsentwicklung und damit die Inflation.

In Europa sieht die Welt anders aus. Die Inflation wurde nicht durch einen Wirtschaftsboom, sondern durch die Explosion der Energiepreise ausgelöst. Und während die USA ihren Energiebedarf vollständig selbst decken, ist der alte Kontinent stark von Energielieferungen aus dem Ausland abhängig. 

Eine starke Leitzinserhöhung hätte keinen Einfluss auf die Energiepreise und würde eine Rezession wahrscheinlich machen.

Für die Europäische Zentralbank sind Zinserhöhungen aber auch aus einem anderen Grund schwierig. Wenn sie den Leitzins anhebt, steigen die Kreditkosten für alle Euroländer. 

Für Länder wie Italien könnte es dann ungemütlich werden. Das Land hat eine besonders hohe Schuldenquote und hat seit Jahren dringend notwendige Strukturreformen nicht umgesetzt. Deswegen verlangen Investoren eine deutlich höhere Risikoprämie (d.h. einen höheren Zinssatz), wenn sie Italien Geld leihen. 

Je höher der Leitzins steigt, desto höher steigt der Zinssatz für die Euroländer.  Es stellt sich also auch die Frage, ob sich alle Länder der Eurozone eine Zinserhöhung leisten können.

Sicher durch unsichere Zeiten

Die Zeiten, in denen wir leben sind unsicher – nur eines ist sicher: der schwache Euro ist Gift für dein Erspartes. Um die schleichende Entwertung deines Vermögens zu verhindern, ist Wissen und Geschick gefragt – verschiedene Anlageklassen bieten mehr oder weniger gute Chancen auf stabile Renditen. 

Es ist nicht immer leicht, zur richtigen Zeit auf die richtigen Pferde zu setzen. Wir bei froots wissen, dass nicht jeder ein Experte auf diesem Gebiet sein kann. Trotzdem wollen wir, dass jeder die Möglichkeit bekommt, sein Geld in unsicheren Zeiten sicher anzulegen. 

Da niemand weiß, wie sich der Wert des Euro in Zukunft entwickelt, legen wir größten Wert auf eine Portfoliozusammensetzung die sowohl Performance als auch Stabilität ermöglicht. 

Dadurch stellen wir sicher, dass der langfristige Vermögensaufbau für jeden und jede nicht gefährdet wird.

 

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Disclaimer: 

Bei diesem Beitrag handelt es sich um eine Marketingmitteilung. Die hier genannten Informationen sind daher nicht als Anlageempfehlung und/oder Anlageberatung zu verstehen und können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Die hier enthaltenen Daten, Analysen und Schlussfolgerungen sind genereller Natur und ausschließlich als unverbindliche Informationen zu betrachten. Sie sind nicht auf die individuellen Bedürfnisse, Kenntnisse und Risikobereitschaft des Anlegers zugeschnitten und werden ausschließlich an die Öffentlichkeit abgegeben. Wir weisen zudem darauf hin, dass die aufgeführten und/oder für die Analysen und Prognosen verwendeten Vergangenheitswerte keinen zuverlässigen Indikator für künftige Ergebnisse darstellen. 

Bei Froots führen wir dich Schritt für Schritt zu deinem Ziel heran und managen sie auf Basis von personalisierten Portfolios. In unserem digitalen Prozess erklären wir dir, wie viel du monatlich investieren musst, um deine Sparziele langfristig zu erreichen und machen es dir so einfach wie möglich einfach einmal zu beginnen. Schnell und ohne, dass du Vorkenntnisse am Kapitalmarkt mitbringen musst, denn wir sind der Überzeugung, dass hier die Regel „Learning by Doing“ die sinnvollere Strategie ist.

One Response

  1. Die Euro-Dollar-Parität wurde ursprünglich, bei der Festsetzung des Euro-Kurses (damals, ca. 1998 (?), noch als Buchgeld), ausdrücklich angestrebt!

    Sie ist also per se nichts Schlechtes. Politisch ist diese Euro-Dollar-Kursparität gerade in den jetzigen Krisenzeiten durchaus anzustreben (auch wenn sie keine direkten positiven wirtschaftlichen Konsequenzen hat).

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