Sparkonto, Festgeldkonto und Geldmarktfonds – wie kannst du deine Ersparnisse am besten vor der Inflation schützen?

Finanzwissen
28.11.2023
4 Minuten

Negative Realzinsen, also Zinsen, die unter der Inflation liegen, sind frustrierend. Geld, dass du nicht langfristig (also zumindest 5 Jahre) investieren kannst, solltest du sparen. Das Geld verliert damit aber leider stetig an Kaufkraft. Geld zu sparen war und ist trotzdem schon immer ein wichtiger Bestandteil gesunder Finanzen. Allerdings gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, Geld zu sparen. In diesem Artikel vergleichen wir die Vor- und Nachteile der wichtigsten Sparformen - Sparkonto, Festgeldkonto und Geldmarktfonds.

Sparkonto #

Girokonten bieten in der Regel niedrige Zinsen. Ein Sparkonto ist ein Konto, das bei einer Bank oder einem Finanzinstitut geführt wird. Das Sparkonto kann als Zusatz zu einem Girokonto (für den täglichen Geldverkehr und Transaktionen) eröffnet werden. Sparkonten sind ein guter Ort, um Bargeld zu „lagern“, auf das du nicht täglich zugreifen willst. Dieses Geld kann dann für ein kurzfristiges Sparziel (ein Autokauf, Ausgaben in den nächsten Monaten oder einen Urlaub) verwendet werden. Ein Sparkonto kann auch für die Finanzplanung wichtig sein, um gesondert vom Girokonto Geld zu parken. Die Höhe des Zinssatzes auf dem Sparkonto wird von der Bank festgelegt.

Vorteile

  • Sparkonten ermöglichen dir stabile Zinseinnahmen bei geringem Risiko.
  • Sie sind täglich auflösbar, bieten dir damit mehr Liquidität/Flexibilität als Festgeld.
  • Sparkonten sind oft bequem mit deinem Girokonto verbunden und sind in der Regel einfach einzurichten.
  • Es ist einfach auf das Sparkonto zuzugreifen und Geld hin- und herzubewegen.

Nachteile

  • Sparkonten haben ein Kontrahenten-Risiko, somit sind Konten über 100.000 € im Falle der Insolvenz der Bank durch die staatliche Einlagensicherung in Österreich nur bis zu 100.000 € abgesichert.
  • Bei Sparkonten werden oft im Vergleich zu anderen Sparformen niedrige Zinsen gezahlt.
  • Bei Sparkonten können teilweise zusätzliche Depotgebühren erhoben werden.

Es gibt verschiedene Arten von Sparkonten, und sie können sich von Bank zu Bank unterscheiden, insbesondere in Bezug auf den angebotenen Zinssatz. Es ist eine gute Idee, alle Optionen zu vergleichen, um die Beste für dich zu finden. Hierbei sollten vor allem die Zinsen und das Vertrauen in die Bank in die Entscheidung einbezogen werden.

Festgeldkonto #

Ein Festgeldkonto ist ein spezielles Konto, das von fast jeder Bank angeboten wird. Festgeldkonten bieten vorab fixierte Zinsen im Austausch dafür, dass das Geld für einen festgelegten Zeitraum (zum Beispiel 6 Monate) gebunden ist. In der Regel wird eine höhere Verzinsung als bei den meisten Sparkonten angeboten, um den Verlust an Liquidität und täglicher Verfügbarkeit auszugleichen. Nach Ablauf dieses Zeitraums wird das eingelegte Geld zusammen mit den aufgelaufenen Zinsen an dich zurückgezahlt. Du hast dabei, abhängig von deiner Bank, die Flexibilität bei der Auswahl des Zeitraums; dieser kann von 7 Tagen bis zu 10 Jahren reichen.

Vorteile

  • Festgeldkonten bieten dir fixe Zinssätze und schützen dich daher im Falle von Zinsrückgängen (die Bank kann die Zinssätze für Festgeldanlagen nicht im Nachhinein senken).
  • Festgeldkonten bieten meist höhere Zinsen als Sparkonten.

Nachteile

  • Festgeldkonten bieten dir keine Möglichkeit auf dein Geld vor dem Fälligkeitsdatum zuzugreifen, diese Flexibilität gibst du damit auf.
  • Festgeldkonten haben ein Kontrahenten-Risiko, somit sind Konten über 100.000 € im Falle der Insolvenz der Bank durch die staatliche Einlagensicherung in Österreich nur bis zu 100.000 € abgesichert.
  • Steigende Inflation kann die Kaufkraft deines zu einem festen Zinssatz gebundenen Geldes beeinträchtigen.

Das Einzahlen von Geld auf ein Festgeldkonto ist sinnvoll, wenn du über einen Geldbetrag verfügst, den du sicher für den fixierten Zeitraum nicht benötigst. In diesem Fall kann es Sinn machen, darauf zu verzichten, die Möglichkeit zu haben, das Geld auszuzahlen und im Gegenzug höhere Zinsen zu verdienen. Du solltest hierbei genau darauf achten, welcher Bank du für einen längeren Zeitraum Geld borgen möchtest. Bedenke dabei auch, mit Festgeldanlagen fixierst du heute einen Zinssatz. Das kann natürlich eine gute Entscheidung sein, wenn die Zinsen morgen sinken würden (also du nicht mehr so hohe Zinsen bekommen würdest, wenn du den Vertrag morgen abschließt) aber auch schlecht sein, wenn die Zinsen steigen würden, da du dann die niedrigeren Zinsen fixiert hast und dein Geld damit noch mehr an Kaufkraft verliert.

Also überlege dir bei Festgeldkonten unbedingt, welcher Bank du für einen längeren Zeitraum dein Geld anvertrauen möchtest und auch, ob du denkst, dass die Zinsen, die du morgen bekommen könntest, höher sein werden als die, die du heute fixierst (sei dir dabei bewusst, dass es sehr schwierig ist eine fundierte Einschätzung über die zukünftige Zinsentwicklung zu haben).

Geldmarktfonds #

Ein Geldmarktfonds investiert in hochliquide, kurzfristige Instrumente. Diese Instrumente umfassen Bargeld und Anleihen mit kurzer Laufzeit (wie Staatsanleihen). Geldmarktfonds haben das Ziel Anlegern eine Rendite bei voller Liquidität und einem sehr geringen Maß an Volatilität (Schwankungen) zu bieten. Geldmarktfonds bieten variable Zinssätze, die mit der Inflation steigen und fallen.

Vorteile

  • Während die Einlagensicherung bei Spar- wie auch Festgeldkonten bis zu 100.000 € von der Einlagesicherung in Österreich abgesichert sind, werden Geldmarktfonds als Sondervermögen behandelt und sind damit immer in deinem Namen. Damit ist dein Vermögen selbst im Falle einer Insolvenz der Bank oder Vermögensverwalter zu 100% geschützt.
  • Geldmarktfonds bieten dir potenziell höhere Zinsen als Sparkonten und teilweise auch als Festgeld.
  • Geldmarktfonds geben dir mehr Flexibilität als Festgeld, du kannst also immer auf dein Geld zugreifen.

Nachteile

  • Bei Geldmarktfonds bist du Schwankungen ausgesetzt, vor allem wenn sich die Zinsen verändern.
  • Manche Geldmarktfonds können erst ab höheren Beträgen gekauft werden, es gibt jedoch auch Geldmarktfonds, die schon mit wenigen Euros gekauft werden können.

Geldmarktfonds bieten aufgrund ihrer variablen Zinssätze einen besseren Schutz vor Inflation und können eine gute Sparoption darstellen. Achte dabei vor allem auf die Kosten und versuche eine fundierte Entscheidung für den richtigen Fonds oder ETF zu treffen. Beachte dabei zusätzlich, dass du Geldmarktfonds in der Währung investierst, in der du vor hast, dein Geld auszugeben und vermeide somit Währungsrisiken.

Zusammenfassung #

Sparer sollten sich die Zeit nehmen, alle verfügbaren Sparoptionen gründlich zu analysieren. Wie immer sind die finanziellen Bedürfnisse jedes Einzelnen unterschiedlich und die Umstände jedes Einzelnen anders. Daher ist keine Methode des Geldsparens "besser" als eine andere. Bei froots versuchen wir stets die beste Option für unsere Kundinnen und Kunden zu finden. Wenn du glaubst, dass Geldmarktfonds die richtige Sparform für dich sein könnten und du mehr erfahren möchtest, könnte unsere Seite zu Liquidity+ für dich interessant sein bzw. unterstützt dich unser Team gerne bei der Auswahl der richtigen Sparform für deine Bedürfnisse - Buche dazu einfach einen individuellen Informationstermin.

David Mayer-Heinisch

Gründer & Geschäftsführer

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