Aktives vs. Passives Investieren

Inhalt

Geht es ums Investieren, scheiden sich die Geister. Es gibt die eine Gruppe von Investoren, die versucht den Markt zu „schlagen“ und es gibt die andere Gruppe von Investoren, die nicht glaubt, dass das sinnvoll ist. 

Tatsächlich gibt es gute Argumente für und gegen beide Seiten. In diesem Artikel werden beide Philosophien erklärt und die Vor-, und Nachteile beider Denkschulen näher beleuchtet. Außerdem erfährst du, wie man beide Ansätze vereinen und damit das Beste aus beiden Welten kombinieren kann.  

Was bedeutet aktives Investieren?

Beim aktiven Investieren geht es darum eine höhere Rendite als der Markt zu erwirtschaften, sprich besser zu sein als die durchschnittliche Marktentwicklung. Das geschieht durch das aktive Kaufen und Verkaufen von einzelnen Aktien. Die Investorin sucht sich dafür Titel aus, von denen sie die beste zukünftige Entwicklung erwartet.

Die Wette kann aufgehen – muss sie aber nicht. Ein bekanntes Beispiel für aktive Investoren sind Fondsmanager. Sie investieren das ihnen zur Verfügung stehende Geld in einzelne Aktien oder andere Investmentprodukte und versuchen so eine überdurchschnittliche Rendite zu erzielen. Ihre Investmententscheidungen basieren auf einem Investmentansatz, der je nach Fondsmanager variiert.

Doch die wohl größte Gruppe aktiver Investorinnen sind Privatanleger. Sie wählen nach demselben Muster wie Fondsmanager einzelne Aktien oder Investmentprodukte aus und setzen auf deren überdurchschnittliche Performance. Im Unterschied zu professionellen Vermögensverwaltern basieren ihre Entscheidungen jedoch nicht auf fundierten quantitativen Analysen.

Stattdessen beruhen die Investmententscheidungen von Hobbyanlegerinnen oft auf Gefühlen und dem, was in Zeitungen oder online-Foren steht.

Welche Vorteile hat aktives Investieren?

Aktives Investieren macht es möglich, ein möglichst maßgeschneidertes Portfolio aufzusetzen. Das Depot kann in puncto Risikovorliebe, Renditeerwartung und Volatilität beliebig variiert werden und damit an die Bedürfnisse der Depotinhaberin angepasst werden.

Um eine höhere Rendite zu erwirtschaften, können Marktanomalien wie beispielsweise ein Bärenmarkt ausgenutzt werden. Außerdem bietet aktives Investieren die Chance eine höhere Rendite als der Markt zu erwirtschaften.

Durch geschicktes Auswählen von Aktien und einem tiefen Marktverständnis ist es möglich den Markt zu schlagen. Das berühmteste Beispiel für einen aktiven Investor ist Warren Buffet.  

Welche Nachteile hat aktives Investieren?

Das Ganze hat jedoch einen großen Haken: es ist unglaublich schwer den Markt zu schlagen. In den letzten 3 Jahren gelang es nur 20% der auf Euro lautenden Aktienfonds, die globale Aktien-Benchmark (sprich den Markt) zu schlagen. Erweitert man diesen Zeitraum auf 10 Jahre verringert sich die Zahl sogar auf 4%.

Die Gruppe der Fondsmanager, die es schafft, wird also mit der Zeit immer kleiner. Im Übrigen hat keiner dieser wenigen ein Patentrezept dafür gefunden, wie man den Markt dauerhaft schlagen kann. Wenn sich also die Marktbedingungen ändern, kann es leicht sein, dass der Markt auch die letzten verbliebenen schlägt.

Der durchschnittliche Anleger schneidet keineswegs besser ab: zwischen 1998 und 2018 erwirtschafteten Hobbyanleger:innen jährlich im Durchschnitt eine Rendite von lediglich 1,9%. Währenddessen schaffte der US-Amerikanische Index S&P 500 in demselben Zeitraum eine jährliche Durchschnittsrendite von fast 8%. Ein Grund für das schlechte Abschneiden der Kleinanleger ist, dass die Suche nach den einzelnen Aktien, die in Zukunft den Markt schlagen werden, sehr zeitintensiv und kompliziert ist.

Den Markt zu schlagen, gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen und erfordert eine große Portion Glück. Daher verlangen Fonds oft hohe Gebühren. Selbst wenn man also das Kunststück schafft, den Markt zu schlagen, muss man zusätzlich immer noch die jährlich anfallenden Gebühren verdienen. Daneben führen Emotionen schnell dazu, dass Fehlentscheidungen getroffen werden.

Gerade für Hobbyanlegerinnen mit geringerem Know-How besteht die Gefahr, dass der Wert der gehaltenen Titel auf null sinkt – insbesondere dann, wenn man das Unternehmen, in das man investiert hat, vorher nicht bis ins Detail geprüft hat.  

Passives investieren

Das passive Investieren basiert auf zwei Eckpfeilern:  

  1. Beim passiven Investieren wird nicht versucht besser als der Markt zu sein, indem man einzelne Aktien oder Investmentprodukte kauft. Stattdessen kauft man den Durchschnitt des Marktes und erzielt somit die durchschnittliche Marktrendite.                                                                                    
  2.  Anhänger dieser Denkschule versuchen nicht den Markt zu timen. Passive Investorinnen vertrauen auf das langfristig stabile Wachstum der Märkte. Daher basieren sie ihre Investments nicht auf ausgeklügelten Modellen und berechnen keine optimalen Ein-, und Ausstiegszeitpunkte. Ist überschüssiges Geld vorhanden wird es investiert – unabhängig von Marktzyklen oder aktuellen Bewertungen.  

Eine in den letzten Jahren immer erfolgreichere Art des passiven Investierens ist der Sparplan. Dabei werden gleichbleibende Beträge in regelmäßigen Abständen in Wertpapiere investiert, die einen möglichst guten Durchschnitt eines Marktes abbilden. Der regelmäßig wiederkehrende Investitionszeitpunkt ist immer derselbe und dabei völlig unabhängig vom aktuellen Marktgeschehen. Typischerweise investieren passive Anleger in ETFs. Diese Exchange Traded Funds (an der Börse gehandelte Fonds) sind Fonds, die verschiedenste Indizes, wie beispielsweise den S&P 500 oder aber auch den deutschen Leitindex DAX, abbilden. Da ETFs einen Index nachbilden, werden sie nicht aktiv verwaltet, sondern lediglich regelmäßig und automatisiert (=günstig) an den Index angepasst. Dadurch bieten sie eine gute Möglichkeit, den durchschnittlichen Markt zu geringen Kosten zu kaufen.  

Welche Vorteile hat passives Investieren?

Passives Investieren ist bedeutend günstiger das aktive Gegenstück. Und da ETFs nur einen Index nachbilden, ist ihre Verwaltung günstig und die Kosten gering. Da man in den Durchschnitt des Marktes investiert, sind passive Investments außerdem immer breit diversifiziert

Dadurch besteht nie das Risiko, alles zu verlieren. Wenn beispielsweise ein Unternehmen eine Zeit lang schlechte Zahlen vorlegt, wird der Kurs sinken und in weiterer Folge scheidet die Firma schlicht aus dem Index (und damit aus dem ETF) aus

Wäre man während der Finanzkrise in die US-Amerikanische Bank Lehman Brothers oder erst kürzlich in den deutschen Zahlungsdienstleister Wire Card investiert gewesen, so hätte man sein gesamtes eingesetztes Kapital verloren, wenn man die Titel nicht rechtzeitig verkauft hätte. Investiert man jedoch in passive Indexfonds wie ETFs, zieht der Wertverfall einer einzelnen Firma den Gesamtwert des ETFs nur begrenzt nach unten. 

Niemals kann die Entwicklung einer einzelnen Firma dazu führen, dass der gesamte ETF wertlos wird. Zusätzlich gibt es gewisse Mechanismen, die schlecht laufende Unternehmen aus einem Index (und damit dem ETF) ausscheiden lassen. 

Obendrein ist eine Investition in einen ETF einfach und erfordert nach getätigter Investition wenig bis gar keine weitere Betreuung. Und weil zu 100% auf den Markt gesetzt wird, ist kein Eingreifen notwendig.

Bemerkenswert ist außerdem, dass die Wahl der richtigen Wertpapiere nur fünf Prozent der zu erwartenden Portfolio-Rendite beiträgt

Daher lohnt es sich nur selten, einen hohen Preis für die Auswahl spezifischer Wertpapiere durch Fondsmanager zu zahlen. Dasselbe gilt für Hobbyanleger, die viel Zeit investieren und es selbst versuchen

Gerade deswegen sind ETFs so beliebt: Sie bieten ein diversifiziertes Investment in Aktien zu geringen Kosten und mit wenig Aufwand. 

Determinants of Portfolio Performance

Welche Nachteile hat passives Investieren?

Ein Hauptproblem des passiven Investierens ist, dass ETFs in der Regel nach Marktkapitalisierung gewichtet sind. Das heißt, je größer ein Unternehmen ist, desto größer ist auch seine Gewichtung in einem ETF. 

In extremen Situationen kann das zu einem Klumpenrisiko führen, dessen sich der Anleger nicht bewusst ist. Ein gutes Beispiel aus der jüngeren Geschichte ist der S&P 500, der aus 500 der größten Unternehmen in den USA besteht.

Ende 2021 waren fünf der Unternehmen innerhalb des S&P 500 so groß, dass sie mehr als 26 % des gesamten Index ausmachten. 

Dabei handelt es sich um die so genannten FAANG-Aktien (Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google). Wenn eines oder mehrere dieser Unternehmen in Schieflage geraten würde, würde das den gesamten Index stark nach unten ziehen. 

Ein weiterer Nachteil des passiven Investierens ist, dass man der Volatilität des Marktes voll ausgesetzt ist. Das bedeutet, dass selbst bei starken Abwärtsbewegungen nicht interveniert werden darf. Für viele Privatanlegerinnen ist es aber oft schwer, nicht in das eigene Portfolio einzugreifen, wenn die Märkte crashen.

Außerdem können Marktanomalien nicht genutzt werden, um die Portfoliorendite in die Höhe zu treiben. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass man als passiver Investor sein Stimmrecht aufgibt

Denn wenn man aktiv einzelne Aktien kauft, wird man Teilhaber eines Unternehmens. Das bringt Rechte und Pflichten mit sich. So haben Anteilseigner beispielsweise ein nicht unbedeutendes Wort bei der Unternehmenssteuerung mitzureden.

Sofern sie Stammaktien besitzen, dürfen Aktionäre an der Hauptversammlung teilnehmen und haben dort ein Stimmrecht bei Fragen wie der Vorstandsbestellung, der Gewinnverwendung und ganz generell der Zukunft des Unternehmens. 

Bei einer Investition in einen ETF gehen diese Rechte auf die Fondsgesellschaft über und damit dem Einzelaktionär verloren.

Das heißt, man muss sich als Kleinanlegerin darauf verlassen, dass diese Fondsgesellschaften gute Absichten verfolgen und die richtigen Entscheidungen treffen. Hierbei muss jedoch angemerkt werden, dass dasselbe für aktiv gemanagte Fonds gilt.  

Welche Art des Investierens ist am sinnvollsten?

Wir bei froots sind davon überzeugt, dass sowohl passives als auch aktives Investieren – abhängig von der Situation – sinnvoll sein kann. Die Dinge sind selten schwarz und weiß, schon gar nicht, wenn sie so komplex sind wie Investieren. Die kurze Antwort auf die Frage welche Form die Bessere ist, lautet daher: Es kommt darauf an.  

Der größte Unterschied zwischen aktivem und passivem Investieren besteht in der Auswahl einzelner Aktien auf der aktiven Seite, und dem Kauf des gesamten Marktes über börsengehandelte Fonds (z.B. Kauf eines MSCI World ETF) auf der passiven Seite.  

Wissenschaftliche Daten deuten jedoch immer wieder darauf hin, dass die Auswahl von Einzeltiteln auf lange Sicht selten profitabler ist als ein Investment in den durchschnittlichen Markt durch ETFs. Das gilt insbesondere für effizientere Märkte.

In solchen Märkten gibt es viele Menschen die gleichzeitig ein bestimmtes Unternehmen oder einen bestimmten Markt beobachten, studieren und dort Handel betreiben. 

Daher ist es auf diesen Märkten schwierig, einen Informationsvorsprung zu generieren, der dann in einen finanziellen Gewinn verwandelt werden kann. Anders ausgedrückt: Je weniger effizient ein Markt ist, desto größer ist der Mehrwert, den man durch aktives Investieren kann.  

Da froots aber nur in große, stabile, profitable und weithin bekannte Unternehmen investiert (also in effiziente Märkte), liegt die Entscheidung für kostengünstige passive ETFs für uns auf der Hand. 

Dennoch gibt es einige Optimierungen, die unseren Ansatz zu einer Mischung aus aktivem und passivem Investieren machen.

  • Erstens prüfen wir die Attraktivität von Aktien insgesamt im Vergleich zu anderen Anlageklassen und passen unser Engagement entsprechend an. Wenn Aktien extrem teuer werden, wie 1999 oder 2007, sind oft unruhige Zeiten am Horizont zu erkennen. Das bedeutet nämlich meist, dass der Optimismus am Markt die Preise in ungerechtfertigte Höhen hat steigen lassen. In solchen Situationen tauschen wir einen Teil der Aktien unserer Kundinnen gegen Anleihen und Gold aus, da diese in der Regel stabiler sind, wenn die Märkte fallen. Wenn die Märkte unsicher sind, z. B. aufgrund einer Rezession, eines Krieges oder einer Pandemie, tritt in der Regel das Gegenteil ein. Die Märkte werden außergewöhnlich attraktiv. Das liegt daran, dass der Pessimismus an den Märkten die Kurse oft auf ungerechtfertigte Tiefststände fallen lässt. In solchen Situationen erhöhen wir unser Engagement in Aktien, weil attraktive Preise die zukünftigen Erträge steigern können.  
  • Die zweite Ebene der Optimierung, die der froots-Investmentansatz vornimmt, betrifft das gesamte Spektrum des Aktienmarktes. Einige Regionen der Welt schneiden stets besser ab als andere und werden daher entsprechend teurer. Unabhängig von den dahinter liegenden Gründen gibt es in der Regel eine Rückkehr zum Mittelwert – die Regionen, die in der Vergangenheit besser abgeschnitten haben, neigen dazu, bei Turbulenzen stärker zu fallen, und diejenigen, deren Preise realistisch waren, halten sich tendenziell besser. Wir bei froots nutzen diesen Umstand aktiv aus und gewichten Regionen stärker, die attraktiv bewertet sind. Gleichzeitig gewichten wir teure Regionen schwächer. 

 

Die erste Hälfte des Jahres 2022 war ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie positiv sich die Froots-Optimierungen im Vergleich zu einem vollständig passiven oder vollständig aktiven Marktengagement auswirken.

Aufgrund des Krieges in der Ukraine in Verbindung mit der Angst vor einer anhaltend hoher Inflation verzeichneten die Finanzmärkte international eine schwierige erste Jahreshälfte. Doch während der globale Aktienmarkt um 20,79% fiel, verlor das langfristige Wachstumsportfolio von froots nur 6,1%.  

Die Gründe für diesen Unterschied sind vielschichtig. Zu Beginn des Jahres war froots nur zu 76% in Aktien investiert, da diese im Vergleich zu anderen Anlageklassen bereits sehr teuer waren.

Außerdem waren bestimmte Regionen sehr teuer während andere vergleichsweise billig waren. Durch ein geringeres Engagement in den teuren Regionen (USA) und ein größeres Engagement in Regionen mit günstigen Preisen (Europa, Japan und Schwellenländer) wurde der Abwärtstrend zu einem großen Teil abgefedert.

Du willst mit dem Investieren starten, aber weißt nicht wie?
Vereinbare einfach ein Gespräch mit uns!

Disclaimer: 

Bei diesem Beitrag handelt es sich um eine Marketingmitteilung. Die hier genannten Informationen sind daher nicht als Anlageempfehlung und/oder Anlageberatung zu verstehen und können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Die hier enthaltenen Daten, Analysen und Schlussfolgerungen sind genereller Natur und ausschließlich als unverbindliche Informationen zu betrachten. Sie sind nicht auf die individuellen Bedürfnisse, Kenntnisse und Risikobereitschaft des Anlegers zugeschnitten und werden ausschließlich an die Öffentlichkeit abgegeben. Wir weisen zudem darauf hin, dass die aufgeführten und/oder für die Analysen und Prognosen verwendeten Vergangenheitswerte keinen zuverlässigen Indikator für künftige Ergebnisse darstellen. 

Bei Froots führen wir dich Schritt für Schritt zu deinem Ziel heran und managen sie auf Basis von personalisierten Portfolios. In unserem digitalen Prozess erklären wir dir, wie viel du monatlich investieren musst, um deine Sparziele langfristig zu erreichen und machen es dir so einfach wie möglich einfach einmal zu beginnen. Schnell und ohne, dass du Vorkenntnisse am Kapitalmarkt mitbringen musst, denn wir sind der Überzeugung, dass hier die Regel „Learning by Doing“ die sinnvollere Strategie ist.