Warum die Kosten bei Investitionen entscheidend sind

Finanzwissen
Über froots
18.05.2023
5 min

Einer der wichtigsten Faktoren, um die erwartete Rendite einer Investition zu beeinflussen, ist der Preis.

Das gilt sowohl für den Preis des Investmentprodukts selbst als auch für die Gesamtgebühr, die man an eine Bank, Investmentplattform oder einen Anlageverwalter zahlt.

In diesem Artikel erklären wir, wie sich der Preis auf die eigene Investition über einen längeren Zeitpunkt auswirkt.

Die Auswirkungen hoher Gebühren #

Leider sind hohe Gebühren in Österreich sehr verbreitet. Viele Banken bieten Wertpapierdienstleistungen wie Fondssparen mit aktiv gemanagten Fonds oder ETF-Sparpläne mit passiv gemanagten Fonds zu einem scheinbar günstigen Preis an, verstecken aber viele Gebühren im Hintergrund.

Typischerweise versteckte Gebühren sind Ausgabe- und Schließungsgebühren, Transaktionsgebühren, Depotgebühren und die Management- bzw. sonstige Kosten für die zugrunde liegenden Anlageprodukte.

Während die meisten dieser Gebühren auf den ersten Blick verschwindend gering wirken und oft unter 1% sind – können sie sich zusammengenommen verheerend auf die Performance oder eben Wertsteigerung des Portfolios auswirken.

Ganz besonders daran “Schuld” hat der Zinseszins, also Zinsen, die Anleger auf Zinsen erhalten. Im Folgenden zeigen wir die genauen Auswirkungen von zu hohen Kosten bzw. Gebühren anhand eines konkreten Beispiels .

Wir vergleichen vier Investitionen von 10.000€ mit einer durchschnittlichen Rendite von 7,5% über einen Zeitraum von 35 Jahren. Die Gebühren reichen von 1% (die maximale Gebühr für froots) bis 4%.

Beim Betrachten des Diagramms wird der Effekt von zu hohen Kosten bei Wertpapierdienstleistungen direkt deutlich. Durch die Zahlung von 1% (wie bei froots) verdient man über einen Zeitraum von 35 Jahren mehr als das Achtfache des investierten Kapitals. 2% mehr zu zahlen führt zu weniger als der Hälfte des Einkommens, und bei 3% Kosten mehr bleiben nur 30% der Rendite übrig.

Das heißt: wenn du bei unserer Berechnung 10.000€ investierst und 3% Kosten pro Jahr hast, bleiben dir knapp 57.000€ weniger übrig, als wenn du nur 1% Kosten pro Jahr hättest.

Für diejenigen, die froots für die Altersvorsorge verwenden, können wir die Auswirkungen auf greifbarere Weise demonstrieren.

Wenn du dir deine Investition in deiner Pension auszahlen lässt – und wir von 20 Jahren im Ruhestand ausgehen – kann eine Anlage von 10.000€ nach 35 Jahren bei einer angemessenen Gebühr von 1% im Jahr 378 € extra pro Monat ergeben.

Mit jedem Prozentpunkt mehr Kosten, hast du also auch weniger Geld zur Verfügung. Bei 2% (1% bei froots und 1% zusätzlich) Kosten p.a. (pro Jahr) bleiben dir nur noch 271€, bei 4% steigst du überhaupt sehr schlecht aus. Dir bleiben sage und schreibe nur noch 139€ übrig.

In vielen Geschäftsfeldern bekommt man genau das, wofür man bezahlt, aber in der Vermögensverwaltung haben die Gebühren nicht immer nur mit der Qualität der Dienstleistung zu tun. Gerade etablierte Anbieter haben oft ineffiziente Prozesse und dadurch hohe Kostenstrukturen.

Sicher ist nur, dass zu hohe Kosten die Wahrscheinlichkeit einer angemessenen Rendite verringert. Daher raten wir jedem, der eine Zusammenarbeit mit einer Bank oder einem Vermögensverwalter in Betracht zieht, alle anfallenden Kosten genau zu prüfen.

Die Auswirkungen von zu hohen Bewertungen #

Halte dir immer vor Augen: Das beste Unternehmen kann zu einem hohen Preis eine schlechte Investition sein, das schlechteste Unternehmen zu einem niedrigen Preis eine gute Investition. Um zu verstehen, warum das wichtig ist, müssen wir die folgenden 2 Dinge verstehen:

  1. Die Bewertung hat sich als zuverlässigster Indikator für zukünftige Renditen erwiesen. Je niedriger der anfängliche Preis für einen Vermögenswert ist, desto wahrscheinlicher ist es, ihn mit Gewinn verkaufen zu können.
  2. Die Bewertung einzelner Vermögenswerte und ganzer Anlageklassen wird stark von emotionalen Vorurteilen beeinflusst. Ein teurer Preis für eine Aktie impliziert immer hohe Erwartungen an die Zukunft, diese müssen aber übertroffen werden, um eine attraktive Rendite zu erzielen.

Um diese beiden Prinzipien zu verdeutlichen, ist die „Dot.com“-Blase ein großartiges Beispiel. Anfang der 90er Jahren wurde sehr vielen klar, dass der Computer und das Internet die Welt verändern würden.

Dies sorgte bei den Anleger:innen für berechtigte Begeisterung, aber auch für total übertriebene Erwartungen. Viele Technologieunternehmen hatten Ende der 90er Jahre unglaublich hohe Aktien-Bewertungen, bevor sie überhaupt die Gewinne erzielten, um diese zu rechtfertigen.

Kurz nach 2000 schlug die Realität zu. Viele Unternehmen waren noch unprofitabel und besaßen kein funktionierendes Geschäftsmodell. Die Preise brachen ein. Fünf Jahre später existierten die meisten Unternehmen, die in den 90er Jahren gigantische Bewertungen hatten, nicht mehr oder wurden zu einem Bruchteil des vorherigen Preises gehandelt.

Aktienbewertung: Microsoft als warnendes Beispiel #

Ein perfektes Beispiel für eines dieser Unternehmen ist Microsoft. Sogar eine Investition in Microsoft führte anfangs zu enormen Verlusten. Alles was von dem Unternehmen erwartet wurde, wurde zwar wahr – Microsoft hatte die Welt verändert und dabei viel Geld verdient, im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen mit ähnlichen Ambitionen und Potenzial war Microsoft schlussendlich erfolgreich.

Dennoch war es nicht genug, alles richtig zu machen. Wenn du die Microsoft Aktie Ende 1999 gekauft hättest, hättest du 9 Jahre später immer noch über 75 % deiner ursprünglichen Investition verloren. Es hätte fast 17 Jahre gedauert, um die ursprüngliche Investition zurückzuzahlen.

Das einzige, was Microsoft Ende der 90er Jahre zu einer schlechten Investition machte, waren die unglaublich hohen Erwartungen, die den Preis in die Höhe trieben. Alles andere stimmte, aber am Ende zählt der Preis.

Emotionale Vorurteile haben einen ähnlichen Effekt, aber in die andere Richtung. Krisen und allgemeine Marktangst können unglaubliche Investitionsmöglichkeiten bieten, weil sie die Erwartungen senken.

Ein Jahr nach dem Platzen der „Dot.com“-Blase hatten die kurz zuvor himmelhoch bewerteten Technologieunternehmen den größten Teil ihres Wertes verloren oder gingen sogar bankrott. Sehr häufig war der steile Fall vieler Aktienbewertungen von damals aber komplett übertrieben.

Amazon: die Diskrepanz zwischen Realität und Preis #

Ein perfektes Beispiel ist Amazon, das in einem einzigen Jahr über 80% seines Wertes verlor, während das Unternehmen besser abschnitt als je zuvor. Der Brief von Jeff Bezos (dem CEO) an seine Investoren aus dem Jahr 2000 gibt einen guten Einblick in die Diskrepanz zwischen Realität und Preis. Diejenigen, die 2001 noch immer in Amazon investieren wollten, nachdem die Mehrheit der Anleger:innen die Hoffnung verloren hatte, erzielten in 6 Jahren eine Rendite von fast 1.000%. So wichtig es also ist, auf den Preis zu achten, nur ein Jahr davor wäre Amazon eine absolute Fehlinvestition gewesen.

Fazit #

Wie gut ein Unternehmen oder ein anderes Anlageprodukt, wie z.B. ein Fonds auch sein mag, der Preis, den du bezahlst, ist der wichtigste Faktor, um die erzielbare Rendite vorherzusagen. Dies ist ebenso wichtig bei der Auswahl eines Vermögensverwalters oder einer Bank.

Zu viel für deinen Service zu bezahlen, kann den bestmöglichen Anlageansatz nutzlos machen. Es ist daher ein absolutes Muss, genau auf den Gesamtpreis und die Kosten zu achten, den du für eine Wertpapierdienstleistung zahlst.

Warum sollte man sich früh über die Pension Gedanken machen?

Es ist leichter Dinge zu erreichen, wenn du sie dir konkret vornimmst. Auch wenn deine Pension bzw. dein beruflicher Ruhestand noch weit in der Ferne liegen sollte, gibt es einige Gründe, die darauf drängen, dass du früh beginnst darüber nachzudenken:

1. Das österreichische Pensionssystem steht auf wackeligen Beinen.

Das Pensionssystem muss finanziert werden und ist somit abhängig davon, dass der Staat kontinuierlich Finanzkapital hinzu schießt.

Das ist nicht nachhaltig. Wenn Österreich es nicht schafft – und das ist gerade jetzt in Zeiten einer Wirtschaftskrise noch schwieriger als sonst – einen ausgeglichenen Haushalt zu erwirtschaften, dann wird es immer schwieriger werden das Pensionssystem zu finanzieren. Dazu kommt eine alternde Bevölkerung, die durch medizinischen Fortschritt auch noch eine höhere Lebenserwartung hat und dadurch länger abhängig von Pensionszahlungen sein wird.

2. Die Zeit ist deine beste Freundin beim Investieren. 

Damit dein Geld nachhaltig wachsen und für dich arbeiten kann, braucht es Zeit. Je früher du beginnst, desto sicherer kommst du an dein Ziel. Du wirst staunen, was langfristig alles möglich ist.

3. Ein Traum wird erst ein Ziel, wenn man damit anfängt.

Es gibt tausend Gründe mit dem „Investieren“ noch warten zu wollen. Der Kapitalmarkt schwankt, das richtige Finanzprodukt ist noch nicht gefunden, oder der Alltag drängt und lasst dir nicht genug Zeit dich damit zu auseinanderzusetzen.

Versuche nicht auf den richtigen Moment zu warten. Der war meistens schon gestern oder vorgestern. Viel wichtiger ist es so früh wie möglich mit dem Investieren anzufangen und investiert zu bleiben.

Altersvorsorge: Humankapital und Finanzkapital

Humankapital ist unser lebenslanges Verdienstpotenzial. Es nimmt mit dem Alter ab und erreicht 0, wenn wir in Rente gehen. Das Finanzkapital ist unser investierbares Vermögen.

Während unseres Arbeitslebens treiben neue Ersparnisse und Investitionserträge das Wachstum des Finanzkapitals voran.

Mit dem Thema Altersvorsorge bist du nicht allein: Die Pension ist neben Themen wie Gesundheit und finanziellen Reserven das wichtigste Ziel, für das Österreicher (langfristig) vorsorgen. (Quelle: Statistik Austria).

Die Lebensversicherung schützt unsere Familie vor einem Verlust des Humankapitals. Die Versicherungsleistung soll das künftige Einkommen des Versicherten ersetzen, wenn dieser unerwartet verstirbt. Das Finanzkapital ist unser investierbares Vermögen.

Während unseres Arbeitslebens treiben neue Ersparnisse und Investitionserträge das Wachstum des Finanzkapitals voran.

Dieses Wachstum nimmt im Ruhestand ab, da das Vermögen zur Deckung der Ausgaben herangezogen wird. Um dies zu machen, müssen wir beginnen selbst vorzusorgen. Was benötigt es dafür?

3 Schritte zur finanziellen Unabhängigkeit

Schritt 1: Definiere den Zielbetrag

Und unser Ansatz ist im Grunde ganz einfach: Wie jeder Mensch, braucht auch dein Geld ein Ziel. Denn ohne Ziel – kein Weg.

Aber wie viel sollst du heute für die Zukunft investieren? Welche Summe macht für dich konkret Sinn?

Nachstehend haben wir eine konkrete Rechnung angestellt, welche Summe als Sparziel für die Pension Sinn machen kann und hoffen dir damit für deine ganz persönlichen Überlegungen eine Hilfestellung bieten zu können.
Vorgehensweise:

  1. Laut. Statistik Austria geben Menschen in der Pension rund 2.000€ / Monat aus. Wenn sie zu zweit wohnen, sind es insgesamt pro Haushalt rund 3.400 EUR
  2. Für eine Person resultiert somit ein jährlicher Bedarf zwischen 20.000€ und 24.000€

Wie viel Erspartes benötigst du also zum Pensionsantrittsalter, um derartige Ausgaben zu einem gewissen Prozentsatz abdecken zu können? Die nachstehende Tabelle bietet einen Überblick über verschiedene (hypothetische) Szenarien:

Dirk van Wassenaer

Gründer & Marketing

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