Der Einfluss von Inflation auf Aktien, Anleihen, Immobilien oder Gold

Von Dr. Alexander Schüßler

Inhalt

Wir analysieren unterschiedliche Anlageklassen wie Sparkonten, Anleihen oder Aktien und vergleichen, wie sie in Zeiten von hoher Inflation performen. 

Die Inflation in Österreich erreichte im September 2022 auf Jahresbasis rekordverdächtige 10,5%. Ein solch hoher Wert wurde zuletzt in den 70er Jahren gemessen. Inflation misst den Preisunterschied zwischen zwei Zeitpunkten und basiert auf einem repräsentativen Warenkorb (mit Waren des täglichen Gebrauchs) für den typischen Konsumenten.  

Verständlicherweise machen sich aktuell viele Menschen aufgrund der hohen Preissteigerungen Sorgen. Zum einen fürchten sie, dass ihnen die gestiegenen Lebenshaltungskosten zu schaffen machen, z.B. wenn sie im Supermarkt einkaufen gehen, oder wenn sie die nächste Stromrechnung erwartet.  

Zum anderen sorgen sie sich davor, dass das ersparte Vermögen an Wert verliert. Wir stellen uns die Frage, welche Anlageinstrumente vor dem Wertverlust des Geldes geschützt sind und welche diesem schutzlos ausgeliefert sind.  

Festverzinsliche Anlagen: Anleihen & Sparkonten

Festverzinsliche Anlagen bieten keinen Inflationsschutz. Der Grund ist, dass Anleger: innen hier feste Geldbeträge zustehen (sowohl Zins als auch Tilgung). 

Besitzt ein Sparer festverzinsliche Wertpapiere oder ein Sparkonto und die Inflation steigt an, wird das Geld weniger Wert. Zwar ist zu erwarten, dass bei steigender Inflation auch die Zinsen am Markt ansteigen. Im Falle von festverzinslichen Anlagen profitieren davon jedoch nur Anleger:innen, die erst nach dem Anstieg der Inflation investieren. 

Inflationsanstiege erfolgen aber meist unerwartet. Außerdem steigen die Marktzinssätze oft viel später bzw. weniger stark an als das Preisniveau. Dieses Phänomen lässt sich momentan beobachten: der Realzins, also die Differenz aus Nominalzins und Inflationsrate ist aktuell deutlich negativ. 

Festverzinsliche Anlagen bieten also aktuell keine gute Kompensation für den Wertverlust des Geldes. Hinzu kommt, dass solche Anlagen im Falle einer Hyperinflation überhaupt nicht schützen.  

Eine Hyperinflation besteht bei gigantischen Preissteigerungsraten von mehr als 50%. Aktuell ist z.B. in der Türkei eine Geldentwertung in dieser Größenordnung gegeben. Aber auch in Deutschland und Teilen Österreichs gab es in der Vergangenheit schon Hyperinflation. In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts existierten beispielsweise solch exorbitante Preissteigerungsraten.  

Grund war, dass der Staat zur Finanzierung des ersten Weltkriegs und zur Begleichung der Reparationszahlungen extrem viel Geld drucken ließ. Ein Anwerfen der “Druckerpresse” und andere expansive geldpolitische Maßnahmen sind immer mit einer Inflationsgefahr verbunden.  

Diese Gefahr lässt sich mit festverzinslichen Anlagen nicht ausschalten, da der Cashflow, der an die Anleger:innen fließt, nämlich Zins und Tilgung, in EURO festgelegt ist und damit bei einer Inflation vom Wertverlust betroffen ist. 

Aktien

Eine Aktie ist eine Beteiligung an einem Unternehmen und die Aktionäre sind dessen Eigentümer. Deshalb sind Aktien reale Vermögenswerte. Für ein Unternehmen stellt sich die Frage, ob es im Falle einer anziehenden Inflation die Verkaufspreise entsprechend erhöhen kann.  

Je nach Wettbewerbsposition und Marktumfeld ist der Preisgestaltungsspielraum unterschiedlich. Im Durchschnitt sollten Unternehmen die Inflation zumindest zum Teil weitergeben können, da sie ja Teil der Wirtschaft sind, für die die Inflation berechnet wird.  

Einschränkend müssen wir erwähnen, dass sich die offizielle Inflationsrate an einem Warenkorb orientiert, der ausschließlich für Konsumenten relevante Güter beinhaltet und Unternehmen natürlich nicht nur solche Güter verkaufen.  

Diese Einschränkung ändert jedoch nichts daran, dass ein grundsätzlich positiver Zusammenhang zwischen Inflationsrate und Preisgestaltungsspielraum besteht.  

Wenn die Preise steigen, wird bei gleichem Mengenabsatz auch der Umsatz entsprechend steigen. Steigerungen sind in inflationären Zeiten selbstverständlich auch für die Kosten der Unternehmen zu erwarten.  

Da der Gewinn sich als Umsatz abzüglich der Kosten berechnet, wird auch der Gewinn der Unternehmen ansteigen. Bei gleichbleibender Ausschüttungsquote steigt ebenfalls die Dividende.  

Dividende ist der Teil des Gewinns, der an die Aktionäre ausgezahlt wird.  Es handelt sich bei der Dividende also um den Cashflow, der bei den Anlegern ankommt. Im Gegensatz zu festverzinslichen Anlagen steigen die Cashflows der Anleger:innen bei Aktien also an, da es sich hier um Sachwerte (=reale Werte) handelt. 

Immobilien

Auch bei Immobilien handelt es sich wie bei Aktien um Sachwerte. Es ist auf den ersten Blick ersichtlich, dass sie nicht nur monetärer Natur sind. Sehen wir uns auch hier die Cashflows an, die Immobilienanleger:innen zustehen. Es handelt sich dabei um die Mieteinnahmen.  

Was also die Zinsen bei Anleihen und die Dividenden bei Aktien sind, sind bei Immobilien die Mieteinnahmen. Offensichtlich sind Mieteinnahmen nicht fix, sondern in einem bestimmten Rahmen variabel. 

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass in Zeiten hoher Preissteigerungsraten auch die Mieten eher steigen. Das ist eine gute Nachricht für Immobilienbesitzer. Allerdings können sich diese nicht sicher sein, dass der Preiserhöhungsspielraum bei der Miete tatsächlich so hoch ist wie die Inflationsrate – vielleicht ist er höher, vielleicht ist er aber auch niedriger.  

Im Vergleich zu einem breit diversifizierten Aktieninvestor, dessen Cashflow von dem Preisgestaltungsspielraum vieler verschiedener Unternehmen abhängt, hat ein Immobilienbesitzer also eine größere Unsicherheit. Das liegt daran, dass es nicht gewiss ist, dass die Mieteinnahmen mit der Inflation ansteigen.   

Gold

Gold gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Als realer Vermögenswert besteht die begründete Erwartung, dass es im Fall einer Inflation nicht oder nicht stark an Wert verliert.  

Allerdings ist auch hier einschränkend zu konstatieren, dass die Inflationsrate, die sich aus dem Warenkorb berechnet nicht mit der Preissteigerung von Gold übereinstimmen muss.  

Gold ist schließlich nur eines von vielen Gütern und nicht alle Güter steigen bei aufkommender Inflation gleichmäßig im Preis. Zum anderen wirft Gold im Vergleich zu den anderen hier betrachteten Vermögenswerten keine “Früchte” ab. Goldanleger:innen bekommen keine Zinsen, Dividenden, Mieteinnahmen oder ähnliches. Gold ist also kein produktiver Vermögenswert. Diesen Nachteil besitzen auch andere Edelmetalle wie Palladium oder Silber. 

FAZIT

Inflation macht aktuell vielen Anleger:innen zurecht Sorgen. Während festverzinsliche Anlagen wie Anleihen oder Sparkonten nicht gegen die Geldentwertung geschützt sind, bieten Aktien und Immobilien einen soliden, wenn auch nicht perfekten Schutz. Gold besitzt zwar wie Aktien und Immobilien den Vorteil, dass es ein realer Vermögenswert ist. Es wirft jedoch keinen Ertrag ab. 

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Disclaimer: 

Bei diesem Beitrag handelt es sich um eine Marketingmitteilung. Die hier genannten Informationen sind daher nicht als Anlageempfehlung und/oder Anlageberatung zu verstehen und können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Die hier enthaltenen Daten, Analysen und Schlussfolgerungen sind genereller Natur und ausschließlich als unverbindliche Informationen zu betrachten. Sie sind nicht auf die individuellen Bedürfnisse, Kenntnisse und Risikobereitschaft des Anlegers zugeschnitten und werden ausschließlich an die Öffentlichkeit abgegeben. Wir weisen zudem darauf hin, dass die aufgeführten und/oder für die Analysen und Prognosen verwendeten Vergangenheitswerte keinen zuverlässigen Indikator für künftige Ergebnisse darstellen. 

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