Wer privat vorsorgen will, steht früher oder später vor einer Grundsatzfrage: Soll mein Geld jederzeit verfügbar bleiben oder bringt der Steuervorteil einer gebundenen Lösung mehr? Eine Entscheidungshilfe.
Wer für die Pension oder den langfristigen Vermögensaufbau spart, steht in Österreich vor einer nicht zu unterschätzenden Entscheidung. froots bietet seit einigen Jahren die Möglichkeit, flexibel via Depot zu investieren, das maßgeschneidert für dich verwaltet wird. Seit kurzem gibt es allerdings mit Vorsorge ohne KESt auch eine steueroptimierte Lösung.
Auch wenn beide Lösungen grundsätzlich für den Vermögensaufbau genutzt werden können und individuell auf deine Bedürfnisse zugeschnitten werden, unterscheiden sie sich in ihrem rechtlichen Rahmen. Und genau dieser Unterschied entscheidet darüber, wie viel von der Rendite schlussendlich bei dir ankommt. Schauen wir uns das Ganze genauer an.
Beim Flexibel Anlegen via Depot wird dein Geld auf einem klassischen Wertpapierdepot bei unserer Partnerbank Schelhammer Capital für dich verwaltet. Auf alle realisierten Gewinne und Ausschüttungen fallen 27,5 Prozent Kapitalertragssteuer (KESt) an. Dafür kannst du jederzeit zum aktuellen Kurs verkaufen, einzahlen, anpassen.
Bei Vorsorge ohne KESt, unserer neuesten Lösung, ist der rechtliche Rahmen eine fondsgebundene Lebensversicherung. Wenn du uns bereits länger kennst, wirst du dich vielleicht fragen: Wieso bietet froots eine Versicherungslösung an? Das hat einen guten Grund: Innerhalb dieser Struktur fällt keine KESt auf deine Erträge an. Dafür musst du allerdings dein Geld mindestens 15 Jahre angelegt lassen (zehn Jahre, wenn du älter als 50 bist).
Bevor du dich fragst, ob diese Steuerersparnis den Verzicht auf die heutzutage so beliebte Flexibilität wert ist, möchte ich mit dir noch eine Ebene tiefer steigen.
Anders gesagt: Wer Flexibel Anlegen via Depot wählt, kauft sich Flexibilität und zahlt dafür mit der KESt. Wer Vorsorge ohne KESt wählt, verzichtet auf einen Teil dieser Flexibilität und spart dafür über die Laufzeit die KESt.
Wenn du überlegst, wie wichtig dir persönlich Flexibilität ist, solltest du die ökonomische Realität hinter dieser Frage berücksichtigen. Die lässt sich nämlich ziemlich konkret durchrechnen. In unserem Rendite-Rechner kannst du deine eigenen Annahmen eingeben und sehen, was über 15, 20 oder 30 Jahre dabei herauskommt. Die Differenz zwischen beiden Lösungen ist bei langen Laufzeiten erheblich, teilweise sogar im sechsstelligen Bereich.
Viele Menschen lieben Flexibilität. Geld jederzeit verfügbar, jederzeit anpassen können, nie gebunden sein. Herrlich, oder?
In der Praxis sieht es oft anders aus. Wer flexibel auf sein Geld zugreifen kann, ist eher dazu verleitet, das auch zu tun. Und das meist zu suboptimalen Zeitpunkten. In volatilen Marktphasen, wenn sich die Märkte zwischenzeitlich auch etwas ungemütlich anfühlen, ist der Impuls groß, zu verkaufen – gerade dann, wenn ein Halten richtig wäre. Diese Phasen gehören ein Stück weit zum Investieren dazu und wir bei froots helfen z.B. unseren Kund:innen durch diese Phasen, indem wir ihnen die aktuellen Marktphasen einordnen und erklären, was welche Entscheidung bedeutet.
Es geht hier nicht darum, dass Anleger:innen unvernünftig sind. Es geht darum, dass Flexibilität in der Anlagewelt ein zweischneidiges Schwert ist. Schon Odysseus wusste das. Bevor er an den Sirenen vorbeisegelte, ließ er sich von seinen Männern an den Mast binden, weil er wusste, dass er dem Gesang in der Stunde der Versuchung nicht widerstehen würde. Die Bindung war nicht Schwäche, sondern Weitsicht.
Eine gebundene Lösung in der Geldanlage funktioniert nach demselben Prinzip. Sie verhindert, dass du in einer Marktkrise eine kurzfristige Entscheidung triffst, die deine langfristige Vorsorge beschädigt. Du bist nicht ohnmächtig, du hast bewusst entschieden, dass dieses Geld langfristig arbeiten soll.
Drei typische Situationen, in denen die Entscheidung klar wird.
Du bist Anfang 40, sparst gezielt für die Zeit ab 65, hast eine Notreserve und keine größeren Anschaffungen geplant. Wie groß deine Lücke konkret ist, kannst du mit unserem Pensionsrechner für deine eigene Situation durchspielen.
In dieser Situation ist Vorsorge ohne KESt fast immer die bessere Wahl. Der Steuervorteil wirkt voll, die Bindung passt zum Horizont, und du musst dich nicht selbst disziplinieren.
Du sparst auf eine Wohnung, ein Sabbatical, eine Ausbildung der Kinder, die in fünf bis zehn Jahren ansteht. Hier ist eine 15-Jahres-Bindung der falsche Rahmen. Mit einem maßgeschneiderten Depot kannst du flexibel anlegen und entnehmen, wenn du das Geld brauchst.
Du willst langfristig für die Pension vorsorgen und gleichzeitig Flexibilität für mittelfristige Ziele behalten. Geld, das du wirklich 15 Jahre lang nicht brauchst, gehört in die steueroptimierte Lösung. Geld für mittelfristige Ziele bleibt im Depot. Das ist nicht nur theoretisch elegant, sondern in der Praxis die häufigste Lösung bei Menschen, die strukturiert vorsorgen.
Eine Klarstellung zum Schluss. Die Frage zwischen Flexibel Anlegen via Depot und Vorsorge ohne KESt ist eine Strukturentscheidung, keine Anlageentscheidung. In beiden Lösungen profitierst du vom froots-Investmentansatz. In beiden Lösungen wird dein Portfolio über die Laufzeit aktiv verwaltet. In beiden Lösungen entscheidest du, ob du konservativ oder gewinnorientiert anlegen willst.
Die Entscheidung zwischen flexibel und steueroptimiert hängt also nicht davon ab, welche Renditeerwartung du hast. Sie hängt davon ab, wofür dieses Geld da ist, wann du es brauchst, und ob die KESt-Ersparnis dir den Preis der Bindung wert ist.
Es gibt keine pauschale Antwort, weil beide Lösungen ihre Berechtigung haben. Aber es gibt eine klare Logik dahinter.
Wenn du wirklich langfristig vorsorgst und das Geld in den nächsten 15 Jahren nicht brauchst, ist die mathematische Antwort bei den meisten Konstellationen klar. Wenn du Flexibilität brauchst oder dein Geld mittelfristig in Anspruch nehmen wirst, ist das Depot der richtige Rahmen. Wenn du wie die meisten Menschen mehrere Ziele in unterschiedlichen Horizonten verfolgst, ist eine Aufteilung sinnvoll.
In allen Fällen gilt: Die Strukturfrage ist eine, die du nicht allein treffen musst. Wir gehen sie gemeinsam mit dir durch.
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