Vorsorge ohne KESt: So funktioniert der Steuervorteil

Finanzwissen
07.07.2026
4 Minuten

Wer über unsere neue Lösung, Vorsorge ohne KESt, liest, denkt vermutlich zuerst an den offensichtlichen Effekt: 27,5 Prozent Kapitalertragsteuer (KESt) fallen weg.

Auch wenn das nach einem starken Argument klingt, liegt der eigentliche Kern aber nicht nur in der Ersparnis, sondern in der Konstruktion dahinter. Der Steuervorteil ist keine Steuervermeidung, sondern eine bewusste gesetzliche Setzung, mit der der österreichische Staat langfristige Eigenvorsorge begünstigt.

Wer versteht, wie diese Incentivierung funktioniert und warum sie überhaupt existiert, kann die Entscheidung besser einordnen. Dieser Artikel soll dabei helfen.

Warum der Staat langfristige Vorsorge belohnt #

Es ist kein Geheimnis, dass unser Pensionssystem unter demografischem Druck steht. Wer heute 30 oder 40 ist, wird eine relativ kleinere staatliche Pension bekommen als die heutigen Pensionist:innen. Um den eigenen Lebensstandard künftig halten zu können, wird private Vorsorge immer wichtiger.

Deshalb hat der Staat verschiedene Anreize geschaffen, damit Menschen selbst vorsorgen können. Einer davon ist die KESt-Befreiung bei fondsgebundenen Lebensversicherungen. Wer sein Kapital für mindestens 15 Jahre bindet (10 Jahre, wer älter als 50 ist), zahlt keine KESt auf die Gewinne.

Das ist keine Sonderregelung für Vermögende, sondern eine bewusste Setzung, die eine gesellschaftlich erwünschte Verhaltensweise begünstigt: langfristige Eigenvorsorge. Der Staat verzichtet auf kurzfristige Steuereinnahmen, weil er sich langfristig ein stabileres Pensionssystem und eine Erhaltung des Lebensstandards erhofft.

Warum die KESt häufig unterschätzt wird #

Die KESt beträgt hierzulande 27,5 Prozent auf Kapitalgewinne. Viele denken, die KESt fällt nur dann an, wenn man Wertpapiere mit Gewinn verkauft. Das ist aber nicht die ganze Wahrheit.

Bei jeder Umschichtung, wenn ein ETF oder Fonds verkauft wird oder man in einen anderen wechselt, wird die KESt auf den bis dahin angefallenen Gewinn fällig. Wer regelmäßig umschichtet, sei es zum Rebalancing oder zur Strategieanpassung, zahlt entsprechend häufig.

Aber das ist noch nicht alles. Bei ausschüttungsgleichen Erträgen, das sind thesaurierende Fonds, die intern Erträge erwirtschaften ohne sie auszuschütten, fällt die KESt sogar jährlich an – auch wenn man gar nicht verkauft hat.

Die KESt ist also nicht nur etwas, was am Ende irgendwann anfällt. Selbst wenn diese Steuer im Moment der Gewinn-Realisierung klein wirkt, bremsen die Folgen der KESt den berümt berüchtigten Zinseszins über zehn oder mehr Jahre spürbar.

Wichtig zu verstehen: Der eigentliche Effekt des Steuervorteils liegt weniger in der Ersparnis am Laufzeitende als in der Wachstumsdynamik über die gesamte Laufzeit.

Wie der Steuervorteil konkret funktioniert #

Die KESt-Befreiung greift nur unter bestimmten Voraussetzungen:

  1. Bei unserer neuen Lösung, Vorsorge ohne KESt, erfolgt die Anlage innerhalb einer fondsgebundenen Lebensversicherung und nicht auf einem klassischen Wertpapierdepot.
  2. Deshalb solltest du dein Geld mindestens 15 Jahre gebunden halten; 10 Jahren, wenn du über 50 Jahre alt bist. Im persönlichen Gespräch unterstützen wir dich bei der Entscheidung, wie viel Geld du realistisch gebunden halten kannst.
  3. Auf die Einzahlungen fällt eine einmalige Versicherungssteuer von 3,85 Prozent an. Wenn man das mit der KESt von 27,5 Prozent auf den Gewinn vergleicht, macht das über längere Laufzeiten einen substantiellen Unterschied.
  4. Die fondsgebundene Lebensversicherung selbst beinhaltet einen Versicherungsschutz, für den eine altersabhängige Risikoprämie anfällt, die wir mit diesem Rechner greifbar machen.

Das sind mal die Grundvoraussetzungen, die der Gesetzgeber vorsieht und die für alle fondsgebundenen Lebensverischerungen in Österreich gelten. Was unsere neue Lösung, Vorsorge ohne KESt, von klassischen Konstruktionen unterscheidet, liegt in der laufenden Verwaltung, die wir uns nun genauer anschauen werden.

Was die laufende Verwaltung bringt #

Wie wir nun geklärt haben, verzichtet der österreichische Staat bewusst auf die KESt, damit Menschen langfristig investieren. Allerdings muss jedem klar sein, dass langfristiges Investieren über die nächsten Jahrzehnte kein Selbstläufer werden. Nicht nur die Märkte verändern sich, sondern auch deine individuelle Lebenssituation. Das hat Folgen für dein Portfolio, das am Anfang der Laufzeit anders aussehen wird als am Ende.

Bei Vorsorge ohne KESt übernimmt froots die laufende Verwaltung. Was das konkret bedeutet, möchten wir nun präzisieren.

Die Anlagestrategie wird an Marktphasen angepasst #

Wenn sich Chancen und Risiken verschieben, verändert sich auch das Portfolio. Ein Beispiel aus unserem letzten Portfolio-Management-Update (Juni 2026): In den letzten anderthalb Jahren haben wir stärker auf Emerging Markets umgeschichtet, weil das Chance-Risiko-Verhältnis dort attraktiver war. Nachdem wir von dieser Entscheidung profitiert haben, haben wir die Position zuletzt wieder reduziert, weil die Bewertungen sich verändert haben.

Das Portfolio wird über die Zeit an deine Lebenssituation angepasst #

Wer 20 Jahre bis zum geplanten Kapitalzugriff hat, kann mehr Risiko tragen als jemand mit drei Jahren Restlaufzeit. Der Aktienanteil verändert sich entsprechend.

Umschichtungen innerhalb des Portfolios lösen keine KESt aus #

Weil wir im Rahmen einer fondsgebundenen Lebensversicherung agieren, haben wir dadurch einen strukturellen Vorteil, den ein normales Depot nicht hat.

Dadurch ergeben sich folgende zwei Kostenpositionen:

  1. Eine laufende Betreuungsgebühr von 1 Prozent pro Jahr.
  2. Die Fondskosten (durchschnittl. 0,17 Prozent), die für die eigentlichen Investmentprodukte anfallen.

Wichtig zu verstehen: Das sind deutlich weniger Kostenstellen, als es in klassischen Lebensversicherungskonstruktionen üblich sind. Wir verzichten bewusst auf Abschlussprovisionen, versteckte Vertriebskosten, Ausgabeaufschläge und Kickbacks an Vermittler:innen. Der Sinn hinter Vorsorge ohne KESt ist es, dass am Ende der Laufzeit das rauskommt was rechnerisch möglich ist, wenn Steuervorteil und aktive Verwaltung zusammenwirken.

Für wen der Steuervorteil sinnvoll ist #

Uns ist bewusst, dass Vorsorge ohne KESt nicht für jede:n die richtige Lösung ist. Es ist eine spezifische Antwort auf eine spezifische Frage: Wie kann ich langfristig, professionell verwaltet und steuerlich effizient für meine Zukunft vorsorgen?

Der Steuervorteil ist sinnvoll für Menschen, die:

  1. Kapital haben, das sie langfristig binden können. Wer in fünf Jahren an sein Geld muss, ist mit dieser Konstruktion nicht gut aufgehoben. Wer sich nicht sicher ist, sollte bei dieser Frage ein unverbindliches Informationsgespräch mit uns in Anspruch nehmen, indem wir uns die indiviudelle Situation genauer ansehen. Für Menschen mit kürzerem Anlagehorizont bieten wir andere Lösungen an.
  2. Eine professionelle Vorsorge-Lösung suchen, statt selbst zu investieren. Wer die Zeit, das Wissen und die Disziplin hat, ein Depot über Jahrzehnte selbst zu managen, hat andere Optionen.
  3. Wert auf Transparenz und langfristige Beziehung legen. Wer nur die günstigste Kostenstruktur sucht, findet möglicherweise andere Anbieter.

Peter Saxer

Communications

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